zur Startseitezu meiner PersonUmfangreiches zu meinen Ahnen und vielen anderen Familienzu einigen meiner Fotografienmeine Arbeit bei der TageszeitungVom Hüter der Hoffnungsflamme und seiner 24 Strophen umfassenden Entstehungs- und Moralgeschichte "Flame of Hope"Hier gehören Lob und Anerkennung hinein, aber auch Verbesserungsvorschläge und Rügen

Grafen, Räuber, Geistliche, Staatsmänner und Musiker
viele bekannte Persönlichkeiten trugen den Namen Reinard

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Die Reginare (Gaugrafen)

Die Reihe der Reginare beginnt dem Namen nach mit Reginar I., geboren um 850 als Urenkel des Maasgau-Grafen Gainfroy de Sens. Sein Vater Gislbert II. von Maasgau hatte die Mutter, Irmengard von Italien, eine Tochter des Karolinger-Königs Lothar I. in Lothringen, im Jahr 846 geraubt und 849 eine Anerkennung der Ehe erreicht. Den Lommegau, den der Vater auch inne gehabt hatte, vererbte eine Schwester durch ihre Ehe mit Berengar von Namur anderweitig.

Reginar erwarb sich den ersten Rang unter den Beratern des jungen Königs Zwentibold, der zwar der erstgeborene Sohn von Kaiser Arnulf von Kärnten war, aber unehelich. Vom König unterstützt bezog Reginar als Laienabt ab etwa 897 die Einkünfte des Klosters Echternach im Trierer Sprengel und wurde auch Abt zu Maastricht, das Trier zugesprochen war. Zu Beginn des Jahres 898 ist er jedoch verbannt worden. Binnen 14 Tage sollte er Lothringen verlassen. Stattdessen verschanzte er sich mit anderen Adligen in Durfos und rief Karl von Frankreich zu Hilfe, der daraufhin Aachen besetzte und Nimwegen belagerte, aber schließlich erfolglos abziehen musste. Reginar, der den Mord an Zwentibold im Jahr 900 in Auftrag gegeben haben soll, erkannte Ludwig das Kind an, der mit sechs Jahren als ehelicher Sohn des Arnulf von Kärnten mit nur sechs Jahren König wurde. Seit dieser Zeit verfügte Reginar auch über die Einkünfte der Klöster Stablo und Malmedy, die ebenfalls zu Trier gerechnet wurden. Der schwache König, der letzte Karolinger, starb mit 18 Jahren und sein Verwandter, Konrad, vom ostfränkischen Adel gewählt, stritt in einer Fehde mit den Gaugrafen um die Vormacht als neuer König. Reginar und andere Aufständige wechselten 911 endgültig zum Westreich und huldigten Karl dem Einfältigen, der ihm dafür das Kloster St. Maximin zu Trier überließ, welches Reginar mit den Matfriedingern wohl den Konradinern entrissen hatte.

Reginars Sohn Giselbert geriet aber mit König Karl in Zwist und heiratete Gerberga, Tochter von König Heinrich I., was den Westfranken wohl Anlass gab, gegen Worms vorzustoßen. Giselbert starb am 2.10.939 in Andernach.

Ein weiterer Sohn, Reginar II. (892-932) mit Beinamen Langhals, heiratete Adelheid von Burgund. Er war Graf im Hainaut, von Mons (Bergen) und von Valenciennes. Diese Besitzungen gingen an die Kinder Rudolf (?), Reginar III. (heiratete Adelheid von Equisheim oder von Löwen) und Amalrich (auch Amaury, heiratete Judith von Cambrai) weiter.

Reginar und Lothar, Grafen im Hennegau und in Cambrai, sind 973 von Otto II. besiegt worden. Erzbischof Brun von Köln hatte bereits ihren Vater wegen Unruhestiftens des Landes verwiesen. 976 wurden die Brüder jedoch erneut unruhig und erreichten, dass ihnen im Mai 977 das Land ihres Vaters zurückgegeben wurde, allerdings ohne Mons.

So ging die Linie der Reginare weiter über die Grafen von Löwen und wurden Urväter des Hauses von Hessen.

siehe auch: Reginhard (Bischof von Straßburg 888) 

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Reginhard (= Reinhard) Bischof von Lüttich

Reginhard war lothringischer Herkunft und wirkte eng mit dem Kölner Erzbischof Heribert zusammen. So wurde er Stiftprobst in St. Kassius in Bonn und bekleidete wohl auch dieses Amt in Tournai. Er kaufte das Bistum Lüttich (Liège) für eine große Summe Silber von Kaiser Konrad obgleich er bereits in Verdun zum Bischof gewählt worden war. Doch weil er vor Papst Johann XX. auf die Knie fiel und Buße tat, ist er 1025 zum Bischof von Lüttich ernannt worden. Er starb 1037, am 5. Dezember, an den Verletzungen, die er in der Schlacht gegen Gozelo von Lothringen und Albert II. von Namur erlitten hatte. In St. Laurent wurde er bestattet.

Er galt als wohltätig gegen die Armen und mild gegen Irrlehrer. Sein Gedenktag ist der 5. Dezember. Er wird häufig im bischöflichen Ornat mit Mitra und Stab dargestellt.

+ 05.12.1037 Lüttich


Quellen:
Reginard de Lieja

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Phelise Regnard Dame - 1422-1474

Félise Regnard (auch Phelise Renard oder Reynard), Tochter von Aymar Renard, Herr von Saint Didier (Grenoble, Conseiller et maître d'Hôtel du Dauphin, courrier de l'évêque de Valence et de Die), lebte von 1422 (oder 1424 ?) bis 1474. Sie war Herrin der "châtellenie de Beaumont" (Trièves, 1452-56) und von La Mure zu Mathésine (1461-63). 

Trotz ihrer Ehe (Heirat 2.11.1447) mit dem adligen Jean Pic, der 1452 starb und Sohn eines Notars aus Grenoble war, schenkte sie als erste Maitresse dem französischen König Louis XI. zwangsläufig ohne eheliche Verbindung zwei Kinder: Jeanne de Vallois (1447-1519), L'amirale de Bourbon, Dame de Mirebeau, comtesse de Roussillon et de Ligny en Barrois, dame de Valognes et d'Usson, Bastard de France. Sie wurde am 25 février 1465 als Kind des Königs legitimiert (Johanna, filia naturalis Domini Regis per eum et Pheliseam Regnard, domicellam,nuc viduam, genita, uxor Ludovici de Borbonio Comitis Rossilionis, legitima per litteras datas Aurelianis 25 feb.1465.Sinè financiâ), trug jedoch den Namen ihrer Mutter. Sie heiratete Louis de Bourbon (1486+). Ihre Schwester Guyette (oo 1460 Charles de Sillon) war ebenfalls "Bastard de France". Bei einer dritten unehelichen Tochter des Königs, Marie (1449-69) kommt neben Phelise Regnard auch Marguerite de Sassenge als Mutter in Frage. (Quelle: Wikipedia, Mémoires historic...) Aymar Renard hat angeblich am 10. August 1411 zu Romans sur Isère geheiratet. (Stammbaum ohne Angabe der Ehefrau) (J.L.Aurieres)

Die Familie Reynard oder Regnard gilt als adelig seit Urzeiten. Schon 1295 sind die Brüder Bontoux und Roland de Reynard mit ihren feudalen Besitztümern erwähnt. 1288 spielte Aymar de Reynard eine Rolle bei einem Friedensvertrag. Pierre de Reynard, 1502 courrier de Die, 1528 Mitherr von Valdrome, hatte zwei Söhne: Dominique (Herr von Saint-Auban) und Etienne (Herr von Serre und Triève). Letzterer heiratete Jeanne de Chromard und si der Stammvater der noch viele Generationen herrschenden Familie. Zu ihr zählt unter anderem Florent de Renard.

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Simon Renard, Ritter, Herr von Bermont und Bourbévelle, Doktor der Rechte [Louvain (Löwen in Flandern)], ist der prominenteste Adlige aus der Familie Renard in der Franche-Comté (der Freigrafschaft Burgund) mit Zweigen in Dole und Besançon. Diese Familie besaß verschiedene Herrschaften (Soirans, Reynans, Mirebel, Myon...)

Wirkte im Oberamt Amont mit Sitz in Vesoul (bailliage d'Amont), dann am Hofe Kaiser Karl V. 1547 Übergangsgouverneur für das Herzogtum Mailand. Im selben Jahr als Ritter in der Schlacht von Mühlberg an der Elbe (Schmalkaldischer Krieg gegen protestantischen Bund) und nahm am "geharnischten Reichstag" von Augsburg teil. Er nahm als "chevalier de la Clef Dorée" (Ritter vom goldenen Schlüssel) den Rang eines Pfalzgrafens ein (1548 geadelt). Botschafter "Spaniens" in Frankreich, dann in England. Er vertrat das "Heilige Römische Reich", das nach Karls Tod unter dessen Bruder Ferdinand (Österreich...) und Karls Sohn Philipp II. (Spanien, Niederlande, Mailand, Neapel, Sizilien...) aufgeteilt wurde. Arrangierte die Hochzeit von Philipp II. und Mary I. von England., die er angeblich als "bloody Mary" (wegen der blutigen Hinrichtungen Andersgläubiger, vor allem aus der eigenen Familie) bezeichnet haben soll. Verhandelt 1556 zu Vauxolles den Waffenstillstand mit Henry II. (von Frankreich). Mitglied des flandrischen Parlaments. Nach Querelen mit Kardinal Granvelle nach Madrid beordert, dort ab 1564 "Conseiller au Conseil Privé". Stirbt am 8. August 1573, womöglich gemeuchelt von einer Verschwörung seines Widersachers.

Die Witwe, Jeanne Lullier, Tochter des Berthod Lulier, lebt zu dieser Zeit mit den sieben Kindern in Brüssel, erwarb aber schließlich eine Herrschaft in ihrer Heimat. Simons Bruder, Louis, ebenfalls in der Politik tätig, ist vom Parlament der Veruntreuung beschuldigt und inhaftiert worden. Der Mann einer Schwester, Françoise Terrier zu Vilersexel, starb, ehe er von seiner Partei zum Parlamentspräsidenten von Dôle gemacht werden konnte. Die Nachfahrenlinie in Vesoul erlischt im Mannesstamm 1698 mit dem gewaltsamen Tod von Nicolas Renard.

Simon Renard - Botschafter Spaniens - gefunden auf tudorhistory.org
1553 angeblich in England entstanden, hängt im "Musée des Beaux-Arts et d'Archéologie" in Besançon. Es wurde früher dem Maler Antonio Moro (eigentlich Antonis Van Dashort Mor aus Uetrecht) zugeordnet, heute jedoch dem Maler Willem Key (oder Keij). 
[© 1995-2006 Lara E. Eakins
, www.tudorhistory.org]
[Farbbild auf einer externen Seite]

* 1513 in Vesoul (Franche-Comté)
+ 8.8.1573 in  Madrid

[Familientafel 
und Quellen
]



Auf Blau ein Anker, dessen Widerhaken von zwei verschlungenen silbernen Fischen geschluckt werden. Im spitzen Dach auf Gold der blaue Reichsadler. [anobli 1548. Armes : d'azur, à l'ancre accostée de deux dauphins d'argent renversés, mordant les branches de l'ancre et passés en sautoir; au chef enté d'or, à l'aigle impériale d'azur]

[Das Haus des Simon Renard zu Vesoul auf cityvox]

[Region Franche-Comté]

 

Wappenträger (In Blickrichtung des Schildträgers beschrieben):

Renard, Flémalle (Liège): Blau mit waagerechtem Silberband. Im unteren Feld eine silberne Lilie.

Renard, Simon, aus Dôle, Franche Comté: 1583 geadelt. Blau mit silbernem aufsteigenden Band beladen mit einem Löwen, gekerbter Rand [Simon Renard, originaire de Dôle, anobli par finances le 31 octobre 1583, fut général des monnaies de Bourgogne, et secrétaire du cardinal de Granvelle. Armes: d'azur, à la bande d'argent, chargée d'un lion de sable, armé et lampassé de gueules; à la bordure engrêlée de sable.]

Renard, Forez: Fuchs der von einem Wald (l.) ins offene Feld läuft. Darüber im blauen Feld drei Sterne

Renard, Dauphiné: gold. Fuchs auf meist blauem Grund 

Gefunden auf www.wazamar.org

Wappen von "Simon Renard", allerdings nicht das des Diplomaten, sondern des Finanzmannes aus Dole (geadelt 1583). Auch die Sammelaktion von Koffie Hag, Amsterdam, 1931-35 zeigte demnach das falsche Wappen.

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Guillaume-François Renardi, Bürgermeister von Lüttich

Guillaume-François Renardi ist am 14.11.1657 in Lüttich als Anwalt zugelassen worden, wie bereits 1633 Baudouin Renardi und 1651 Edmond Renardi. Er wurde 1679 erstmals bei den jährlichen Wahlen von den 32 Bons Métiers zum Bürgermeister (bourgmestre) gewählt und legte sicherlich traditionsgemäß in der Bürgerkirche St. Jacques den Amtseid ab. Auch 1684, am 25. Juli, bestimmten ihn die Meister wieder zum Bürgermeister. In dieser Funktion leitete Renardi gemeinsam mit dem zweiten Bürgermeister, Henri-Paul Gilotton, eine Rebellion gegen Erzbischof Maximilian Heinrich von Bayern (zu Köln). Anlass soll die reichsweite Einführung des Botenpfennig gewesen sein. 

Der Aufstand wurde jedoch blutig von französischen Truppen sowie vier münsteranischen Bataillonen unter General Schwarz sowie drei Obristen niedergeschlagen. Bischof Wilhelm Egon von Fürstenberg aus Münster hatte die Truppen herangeführt, weil er sich so den Titel des Koadjutors des Kölner Erzbischofs erhoffte. Schwarzenberg ist in Köln auch tatsächlich wegen seines Erfolgs gewählt worden, sein Titel wurde vom Papst jedoch nicht anerkannt.

Die Niederlage der Lütticher Bürger bedeutete für Renardi das Todesurteil. Er ist am 9. Oktober 1684 geköpft worden, wie bereits 1649 Lütticher Bürgermeister, die ebenfalls Maximilian Heinrich die Stadt nicht übergeben wollten. Vermutlich stammte Renardi aus dem Stadtteil Outremeuse, der sich seit etwa 80 Jahren "freie Republik" (république libre d'outre meuse) nennt und eigene Ausweise ausgibt. "Solidarité – Plaisir – Charité", Solidarität, Vergnügen und Barmherzigkeit, gelten dort. Ein französischer General hat die Einwohner für ebenso gefährlich wie die Einwohner der Vororte von Paris und London bezeichnet...

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+ 9.10.1684 exekutiert


Quellen:
Anwaltsliste
Münsteraner Geschichte
Le princes de Bavière
Littérature dialectale
Fürstenberg

 

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Grafen von Renard, Familie aus Danzig, Hamburg oder Lyon, in der die Vornamen Johannes und Andreas vorherrschen. 1720 in den polnischen Freiherrenstand gehoben, später auch für Sachsen geadelt, wohl im Zusammenhang mit der Verbindung von Henriette Renard mit August dem Starken von Sachsen. Henriettes Bruder, Benedikt Renard (Benedetto Renard Polacco), studierte daraufhin unter Protektion Architektur in Rom. der ältere Bruder, Johannes ist der Stammvater der Grafen in Polen, Sachsen und Schlesien.

Polnischer Freiherrenstand für Johann Baptist R. 1720 und Aufnahme unter den polnischen Adel 28. 10. 1726; Reichsgrafenstand im kursächsischen Reichsvicariate dto. 16. 08. 1741 für den vorgenannten; kursächsische Anerkennung des Grafenstandes 21. 02. 1742. Die Familie stammte angeblich aus Danzig, wo sie unter dem Namen "Reinhard" zum Patriziat gehörte. Nach der Übersiedelung des Andreas R. nach Warschau wurde der Name nach polnischer Weise "Réjnard" ausgesprochen, woraus dann "Renard" wurde und eine französische Abstammung unterstellt worden sein soll. (auch noch beim schlesischen Adel, Band I, Seite 86). Verbreitetr ist die Annahme es handele sich um die Nachfahren eines französischen Kaufmanns aus Hamburg oder eines Weinhändlers aus Lyon.

Graf Renard zeichnete sich in polnisch-sächsischen Diensten sehr aus, wurde königl. polnischer und kursächsischer Generallieutenant der Infanterie, Untertruchsess von Nur und Starost von Tyszoviec. Aus Polen wandte das Geschlecht sich auch in die Provinz Schlesien, wo es u.a. auch die Herrschaft Gross-Strehlitz erwarb. Das Geschlecht erlosch 1874 im Mannesstamm.

1761 Erwerb des bischöflich Olmützer Lehnsgutes (mährische Enclave) Dorfteschen.
Wappen:
a) Stammwappen: In Blau rechts laufender goldener Fuchs (der Fuchs auch auf grünem Boden). Kleinod: silberner Flügel. Decken: blaugolden.

b) Gräfliches Wappen: Quadriert mit grünem Herzschild, in welchem vorwärts gekehrt ein Türkenkopf mit silbernem Turban und drei Blutstropfen am Halsabschnitte. 1 und 4 das Stammwappen; 2 in Roth ein silberner und 3 in Gold ein schwarzer Flügel, beide mit den Sachsen einwärts gekehrt. Kleinod: Figur des Herzschildes auf der Krone zwischen den beiden Flügeln. Decken: schwarz-golden-blau und rot-silbern-blau


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Quellen:
"Walter Reinhard", Fürst von Sardhana, Indien

Kaum eine Identität ist schwieriger zu klären, als die des "Walter Reinhard", der 1778 als Fürst in Indien starb. Nach dem Tod seiner Ehefrau 1836 begannen die Behörden, die Erben zu suchen, lösten jedoch mit der Ankündigung des zu erlangenden Reichtums eine Flut von Falschmeldungen und Urkundenfälschungen aus. Die Britische Krone, damals in Indien maßgeblich, zog das Vermögen und dessen Verwaltung an sich. Kurioserweise ist der Anspruch sogar noch Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber einer Reinhard-Familie mit Ursprung in der Pfalz gerichtlich bestätigt worden, obwohl die Beweisführung in der Ahnenlinie spekulativ ist. 

Es gibt keine Zweifel daran, dass der Mann, der einst für die Franzosen, dann mal für England und schließlich auf indischer Seite kämpfte, mit wahrem Familiennamen Reinhard hieß. Allerdings machte der Fürst aus seiner Identität stets ein Geheimnis. Schon für seine Söldnertätigkeit nahm er den Namen "Walter Sommer" an. Unter anderem wird davon sein Beinamen "Sumru" abgeleitet, der nach anderer Deutung aber von einem französischen Spitznamen "Sombre" (der Finstere) abgeleitet sein soll. Seine indische Ehefrau (heute bekannt als Begum Samru), eine Bauchtänzerin, die 14 Jahre alt war, als er sie kennen lernte, führte das Fürstentum zu Wohlstand, trat 1781 (am 17. Mai) zum katholischen Glauben über (Taufname Johanna) und ließ zwei katholische Kirchen errichten. 

Es gibt keinen vernünftigen Grund, anzunehmen, dass dieser Reinhard wirklich Walter hieß. Wie die Ermittlungsakten der Bezirksregierung Trier aus der erste Hälfte des 19. Jahrhunderts darstellen, wurde als Erbe ein Johann Reinhard gesucht. Die Akten erhalten einige Stammbäume und Beweise für Falschaussagen, führen aber womöglich sogar zu den tatsächlichen Verwandten des unglaublich reich verstorbenen Fürsten, an dessen Erbe sich sogar Familien in Ungarn und Österreich zu bereichern versuchten. 
* zirka 1720
im Trierischen
+ 04.05.1778 Agra


Quellen: LHA Koblenz

K.F. Neumann
William Sleeman


Das Bild zeigt Sumrus Frau und im Kleinen angeblich ihn selbst, eher aber seinen Sohn. 

In Könen, so die damaligen Ermittlungen, gab es eine Familie Reinert (die Kinder von Nikolaus Reinert und Anna Carl, von der ein Sohn im Alter von 16 Jahren einem Agenten aus Straßburg, einem Militäranwerber, gefolgt sein soll. Die Akten lassen auch erahnen, warum diese Familie niemals in den Besitz des Erbes gekommen ist. Die Zustellung des amtlichen Schreibens aus England ist nämlich mit Nachgebühr zugestellt worden, und die Familie war nicht im Stande, diese Summe aufzubringen. In Könen, so die damaligen Ermittlungen, gab es eine Familie Reinert (die Kinder von Nikolaus Reinert und Anna Carl, von der ein Sohn im Alter von 16 Jahren einem Agenten aus Straßburg, einem Militäranwerber, gefolgt sein soll. Die Akten lassen auch erahnen, warum diese Familie niemals in den Besitz des Erbes gekommen ist. Die Zustellung des amtlichen Schreibens aus England ist nämlich mit Nachgebühr zugestellt worden, und die Familie war nicht im Stande, diese Summe aufzubringen. 

Es ist beachtlich, mit welchem Ehrgeiz auch heute noch Familien und Vereine versuchen, an das Erbe zu kommen, an dessen Zustandekommen sie nicht den geringsten Anteil haben. Der Fleiß der Forscher hat jedoch interessante Details ans Tageslicht gebracht. Offenbar steht fest, dass der spätere Fürst als "Valter Somer" aus "Altere Simmeren" (Hochsimmern) 1747 als Soldat mit einem Niederländischen Schiff reiste und desertierte. 1776 soll Reinhard noch von den Franzosen zum Oberst ernannt worden sein. Noch andere Versionen sind in "Geschichte des englischen Reiches in Asien" von Carl Friedrich Neumann zu lesen: Dort ist von "Walter Reinard aus Salzburg" die Rede, dessen Witwe "dem Urenkel, Herrn Dyce" 13 Millionen Gulden vermacht habe, welche dieser drauf und dran sei, in den Bädern Europas durchzubringen, und die Verwandten in England suchten noch 1848 vergeblich, ihm gerichtlich Blödsinn nachzuweisen... Ein Streit der bis zu seinem Tode 1854 gewährt haben soll. Neumann beruft sich auf Sleeman, und der schrieb in "Rambles and Recollections of an Indian Official" eben von diesem "Walter Reinhard aus Salzburg", der es in französischen Diensten bis zum Sergeanten brachte. Aus einer ersten Ehe mit einer kränkelnden Muselmanin, die ebenfalls in Sardhana lebte, stamme ein Sohn mit schwachem Intellekt und so beschränkt, dass er trotz des durch seine Stiefmutter erwirkten Titels nach dem Tod des Vaters nicht die Herrscherfunktion übernehmen durfte. Diese erste Frau sei in der Regenzeit 1837 im Alter von weit über 100 Jahren gestorben. Allerdings vergisst Sleeman nicht, in Fußnoten darauf hinzuweisen, dass "Sumru", wie Reinhard fast nur genannt wird, von den Behörden als gebürtig zu Trier geführt werde und sein Familienname entgegen der Grabplatte, auf der "Reinhard" stehe, auch Renard geschrieben werde. Eine weitere Fußnote gibt ohne Beleg an, er sei Metzger gewesen. In anderen Quellen wird Reinhard als Schweizer bezeichnet.

Die Grabplatte in Agra ist schon deshalb kein Beleg für Sumrus wahren Namen, weil er zunächst in seinem Garten bestattet wurde, und nicht einmal seine Frau mehr gewusst haben wird, als er öffentlich erzählt hat. Zudem ist die Inschrift in Portugiesisch verfasst: "Aqui iazo Walter Reinhard morreo aos 4 de Mayo no anno de 1778"

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Hans Reinhart, ab 1809 Hans von Reinhard, Politiker

stammte aus einem ratsfähigen Geschlecht der Stadt Zürich und war Mitglied des engeren ("Adels-") Stübli der Gesellschaft zur Constaffel. 1778–1779 Landvogt der Landgrafschaft Thurgau 
1795–1798 Landvogt der Grafschaft Baden.
1799 von den französischen Truppen als Geisel nach Basel deportiert. Trotz seiner Flucht aus der Gefangenschaft wurde er nach seiner Rückkehr in Zürich in seinen Ämtern bestätigt und 1801 Regierungsstatthalter des helvetischen Kantons Zürich. Erwirkte die Vergrößerung Zürichs um Dietikon, Hüttikon, Oetwil und Schlieren.
1803–1835 Mitglied der provisorischen Regierungskommission
1803–1830 mehrfach Bürgermeister und Staatsrat, auch Landammann
1807 und 1813 war Reinhard Landammann der Schweiz. 
Seine Karriere endete mit dem Umsturz von 1830.


* 20.2.1755 
Zürich (CH)
+
23.12.1835
Zürich (CH)



Quellen:
Wikipedia

u m   1 8 0 0

Jacob Reinhard, Räuberhauptmann 

Nach eigenen Angaben 1742 in Darmstadt geboren, Tatsächlich aber in einem kleinem Dorf bei Kleinschieberstadt/Mannheim. Er wurde "Hannikel" genannt, was nicht etwas Hans-Nikolaus bedeutet, sondern aus der Sinti-Sprache stammt und Ochse bedeutet. Er war der Enkel des "Kleinen Konrad", der schon als Gauner durch das Rad hingerichtet worden war. Sein Vater hieß Friedrich Reinhard (Desserteur des Hessen-Darmstätter Regiments), die Mutter Katharina, genannt "die Geißin". Das Paar hatte einen weiteren Sohn namens Johann Jacobi, Sinti-Name Geuder. Zudem gab es einen Halbbruder namens "Wenzel", der ebenfalls zur Bande gehörte. Jakob wurde 1794 aus der Haft in kaiserlichen Kriegsdienst entlassen. 

Hannikel war neun Jahre mit Christine "Galimensch" zusammen, als sie im Zuchthaus in Mannheim starb. Das Paar hatte zwei Kinder: "Dennelen", ein geistig behindertes Mädchen, sowie den Sohn Johann Carl Reinhard, der den Beinamen "Bastardi" trug. Vier Jahre lebte Hannikel danach mit "Fredericho" in eheähnlicher Gemeinschaft, ehe er sich von ihr trennte. Das Paar hatte eine weitere Tochter namens "Felix". Seine dritte Gefährtin brachte vier Kinder mit und schenkte ihm einen weiteren Sohn namens "Dieterlen".

Zeitweise soll Hannikels Bande mehr als 35 Mitglieder gehabt haben. Ihr Hauptgebiet war das Waldachtal und die Gegend von Nagold und Altensteig. In Chur in der Schweiz verhaftet und später zum Tode verurteilt. Ihm ist 1787 ein "Wahrhafter Zigeuner-Roman" gewidmet worden, den vermutlich sein geistlicher Beistand vor der Hinrichtung, der Vikar Christian Friedrich Wittich, verfasst hat. Hannikel war die ersten zehn Jahre seines Lebens bei Bauern aufgewachsen, ehe er zu seiner Mutter nach Lothringen kam. Mit 18 Jahren fand er eine Anstellung als Wildhüter. Bis kurz vor 1770 verdingten er und seine Brüder sich als Holzarbeiter auf der Glashütte Lützelstein. Nach einem blutigen Gefecht floh er in den Raum Pirmasens und trieb hernach sein Unwesen in die Pfalz.

 

* um 1742 
Kleinschieberstadt
+ 17.07.1787

Sulz, aufgeknüpft


Quellen:
Wiki
Christian Rheinhard, Räuberkumpan des "Schinderhannes"

Der Sohn eines preußischen Soldaten aus Berlin war besser unter dem Namen "Schwarzer Jonas" oder schlicht als "John" bekannt. Seine Familie war nach dem Tod des Vaters in die Wetterau gezogen. Christian verdiente sich Geld als Musikant und Bänkelspieler. Er heiratete Catharina Eberhard.

Auf dem Breitwieser-Hof bei Umbstatt machte Christian Rheinhard die Bekanntschaft des "Schinderhannes" alias Johannes Bückler und wurde sein engster Kumpan. Im Juni 1802 in Limburg verhaftet. Vor Gericht in Mainz zeigte er sich voll geständig, ersparte sich aber nicht den Tod unter dem Fallbeil der Guillotine.

Der gelegentlich als Bruder erwähnte Wilhelm Rheinhard heißt eigentlich Wilhelm Heinrich Guntermann oder Blum, "Dicker Wilhelm" und ist ein Halbbruder.
* um 1775 
Berlin
+ 1802

Mainz, hingerichtet


Quellen:
Schinderhannes-Festspiele

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Roberto und Carlo Silva Renard, Militärs in Chile

Carlos Silva Renard 
* 29.3.1853 Penco



Quellen:
Pazifikkrieger
Maria del Carmen Amelia Renard Lurquin, am 12. Juli 1831 in El Sagrario, Santiago, als Tochter von Carlos Prospero Renard und Josefa (Juana Francisca de Regis) Lurquin getauft, heiratete den Soldaten Jose María Silva y Chávez. Im Pazifikkrieg 1879 machten zwei Söhne als chilenische Militärs von sich Reden. 

Roberto Silva Renard, der jüngere, aber bekanntere der beiden, studierte fünf Jahre lang Artillerie bei der deutschen Armee (darum findet er sich auch in einer Passagierliste aus Hamburg) und war an Waffengeschäften mit Krupp in Essen beteiligt. Das Massaker an streikenden Minenarbeitern samt ihrer Frauen und Kinder von 1907 geschah unter seinem Befehl. Der Halbbruder eines Opfers verletzte ihn später bei einem Attentat mit mehren Messerstichen in Rücken und Kopf so schwer, dass er Jahre darauf noch an den Folgen starb.

Sein Bruder Carlos Silva Renard war Capitain der Marine Er heiratete Enriqueta Zaldívar Alemparte, viertes Kind von Domingo Solo de Zaldívar Rivera. 


Roberto Silva Renard
* 27.2.1855 
Santiago de Chile
+ 7.7.1920 
Viña del Mar



Quellen:
Wiki (es)
Eltern
Offenbar hatten Roberto und Carlos eine Schwester namens Elena: Roberto Izquierdo Silva, Coronel de Caballería, heiratete Elena Yávar Pérez (Tochter von Generalinspekteur Nicolás Eugenio Yávar Iménez, geboren 1864). Er war der Sohn von Rodolfo Izquierdo Fernández und Elena Silva Renard.

Die Großeltern hatten 1829 in der Sakramentskirche geheiratet und dort auch ihre Kinder taufen lassen: 1831 Maria Carmen Amelia, 1833 Carlos Prospero. Zum 1834 geborenen Juan Adolfo und dem 1837 geborenen Camilo Prospero ist als Mutter Juana Mont y Armasa angegeben. Camilo heiratete Maria Luisa Ugarte, Carlos heiratete Clorinda Gomes de Silva. Die Kinder von beiden tragen den Namenszusatz "de las Mercedes Renard". Der Name "Renard" stammt somit von einer Familie aus dem französischen Rouen: Charles Prospero Renard soll dort 1793 als Sohn von Charles Renard und Marie Rose Hue geboren sein.

Zufällig ebenfalls aus Santiago ist die Pianistin Rosita Renard. Sie ist als Rosa Amelia Renard Artigas am 8.2.1894 geboren. Die Eltern waren der Katalane José Renard und Carmen Rosa Artigas Blanco. Aufgewachsen ist sie im Viertel Santo Domingos von Santiago. Sie studierte bei Martin Krause in Berlin.

 

a n n o   1 9 0 0

Max "Reinhardt", seit 1903, eigentlich Max Goldmann, Schauspieler

Sohn eines jüdischen Kaufmanns aus Baden (Niederösterreich). Nimmt nach einer Banklehre Schauspielunterricht. 1894 am Deutschen Theater in Berlin. Gründet 1901 mit Kollegen das Kleine Theater, dessen Leiter er 1903 wird. 1904 wird sein Künstlername auf die gesamte Familie übertragen. Reinhardt gilt als Begründer des neuen Regietheaters. Leitet 1915 bis 1918 die Berliner Volksbühne. Erwirbt 1918 das Schloss Leopoldskron bei Salzburg und macht es zum Künstlertreff. Von den Nazis enteignet. Geht 1937 in die USA.

* 9.9.1873 
Baden (A)
+ 31.10.1943

New York (USA)


Quellen:
dhm

a n n o   1 9 5 0

Jean Baptist "Django" Reinhardt, Musiker

Sohn einer Manouche-Familie (Roma). Die Eltern waren umherziehende Komödianten. Der Vater hieß Jean-Baptist Eugene Vées (eigentlich Weiss) und war zudem Korbmacher und Musiker. Die Mutter, Laurence Reinhardt, wurde wegen ihres dunklen Teints "négros" genannt. Ihre Eltern lebten im damals deutschen Straßburg, bevor sie Ende des Krieges 1870/71 nach Frankreich übersiedelten. 1912 wurde Djangos Bruder Joseph "Nin-Nin" geboren. Zudem gab es eine Schwester namens Sarah Tsanga. Die Familie zog in einer roulotte, einem durch Pferde gezogenen Holzwagen, durch die Welt. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs überraschte sie in Süd-Frankreich und verschlug sie über Italien und Korsika nach Algier. Nach Kriegsende kehrte die Familie nach Nizza zurück. 

1919 ließ sie sich am Südrand von Paris nieder. Der Wohnwagen stand an der Porte de Choisy. Django spielte zunächst Geige, später Gitarre. Als "Jiango Reinhardt" trat er in einem Lokal in der Rue de la Huchette auf, ehe er im Oktober 1928 seine ersten Platte aufnahm. Am 1.11.1928 brannte der Wohnwagen ab. Django erlitt schwere Verbrennungen am linken Bein und verlor zwei Finger. Das zwang ihn als Musiker, eine eigene Spielweise zu entwickeln. Django Reinhardt tingelte als Straßenmusiker umher und heiratete seine Cousine Sophie Ziegler (+1996). Django spielte auch während der deutschen Besetzung unbehelligt obwohl große Teile der Reinhardt-Sippe in Konzentrationslagern starben. Er galt als unzuverlässig und geizte selbst seinen Mitspielern gegenüber mit Geld. 

Die erste Ehefrau hieß Bella. Seine zweite Frau, Sophe "Naguine" Ziegler (Heirat 1943), schenkte ihm 1944 den Sohn Babik. Der Musiker Franz "Schnuckenack" Reinhardt war sein Vetter. Jean-Baptist "Django" Reinhardt starb 1953 an einem Schlaganfall.

* 23.1.1910 
Liberchies (B)
+ 16. Mai 1953

Samois-sur-Seine (F)

[ Foto ]


Quellen:
bubble house
rombase
Manfred Reinnarth
Journalist - Familienforscher
Wilhelmstraße 2
53474 Ahrweiler