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Wappen in der
Verbandsgemeinde Adenau

gesammelt von Peter Lönnendonker  

Verbandsgemeinde Adenau

 Schildhaupt geteilt. Im oberen Schildteile auf silbernem Grund ein schwarzes Balkenkreuz, im unteren Schildteil auf rotem Grund ein silberner blau bewehrter Löwe umgeben von drei Mispelblüten und vier silbernen kleinen schräglinks Balken.

 

Geschichte

Das Wappen enthält historisch begründete Symbole aus den Wappen der ehemaligen Verbandsgemeinden Adenau und Antweiler. Das silberne Schildhaupt mit schwarzem Balkenkreuz ist dem Wappen des Erzstiftes Köln entnommen und bekundet die frühere gebietsmäßige Zugehörigkeit zu diesem Stift. Der silberne, blaubewehrte Löwe war das Wappentier des damaligen Herrschergeschlechts der Grafen von Nürburg. Die drei goldenen Mispelblüten sind Teil des Wappens des seinerzeitigen Herrschergeschlechts der Herzöge von Aremberg. Nach der Sage soll König Heinrich der Vogler dem in der Schlacht gefallenen Aremberg den Schild abgenommen haben um ihn dem Sohn desselben zu überreichen, damit dieser ihn ebenso ehrenhaft führe, wie sein Vater. Auf diesem mit Blut überströmten Schild waren drei Mispelblüten gefallen und daran haften geblieben.

 

Stadt Adenau

  Schildhaupt in der Mitte geteilt. Im oberen silbernen Schildteil ein schwarzes Balkenkreuz, im unteren roten Schildteil ein silberner Löwe.

 

Geschichte

Adenau ist Sitz der Verbandsgemeinde und gleichzeitig auch der Hauptort und Mittelpunkt für das ländlich geprägte Umland. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 992. In seiner Königsurkunde vom 9.5.992 gestattete Otto III. den Brüdern Sigebodo und Richwin, am Verlauf des Adenauer Baches bis zur Hohen Acht einen Bannforst zu errichten und bewilligte ihnen das Jagdrecht. Dass aber schon früher im Tal des Adenauer Baches Ansiedlungen bestanden, darauf weisen Brandgräberfunde hin. Im 1./2. Jahrhundert nach Christus gab es vermutlich römische Einzelhöfe, die an der alten Römerstraße lagen, die von Mayen über Adenau und Antweiler nach Zülpich führte. Im 10.Jahrhundert wird wahrscheinlich schon eine Siedlung Adenau mit mehreren Siedlungskernen vorhanden gewesen sein. Zur ersten linksrheinischen Kommende des Johanniterordens wurde Adenau nach einer Stiftung des Grafen Ulrich von Are/Nürburg im Jahre 1162. Dessen Wappen befindet sich im unteren Wappenteil. Der Orden richtete in Adenau zunächst eine Herberge ein, die die auf der Straße von Köln nach Trier vorüber ziehenden Pilger betreuen konnte. Wichtig für die weitere Entwicklung im kirchlichen Bereich war die Übertragung der Pfarrechte  an den Orden im Jahre 1224 durch den Grafen Gerhard von Are/Nürburg. Wegen seiner umfangreichen karitativen Tätigkeiten in und um Adenau erhielt das Ordenshaus der Johanniter durch fromme Schenkungen zahlreiche Besitzungen in der Hocheifel und an der Ahr. Wegen ihrer kirchlichen und weltlichen Privilegien genoss die Johanniterkommende als „Freiheit“ Adenau eine Vorzugsstellung gegenüber allen anderen Eifelorten. Im 17.Jahrhundert erlebte der Marktflecken Adenau einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1601 verlieh der Erzbischof von Köln Marktrechte und Privilegien an Adenau. Das Wappen Kurkölns ist im oberen Wappenteil wiedergegeben. Es erfolgte die Gründung dreier Zünfte, der Wollweber-, Gerber- und  Hammerzunft, deren Bräuche heute noch gepflegt werden. Adenau war in der Folgezeit ein Marktort ersten Ranges, weil, über das Jahr verteilt, zahlreiche Märkte abgehalten wurden, was auch zu einer überregionalen Bedeutung des Ortes führte. Hinzu kam noch, dass Adenau nach der Zerstörung der Nürburg im Jahre 1689 auch Verwaltungs-mittelpunkt des kurkölnischen Amtes wurde. Die französische Revolution brachte den Anschluss der  linksrheinischen Gebiete an Frankreich, und Adenau wurde 1798 Mairie und Sitz eines Kantons im Rhein-Mosel-Departement. 1816 erhielt Adenau die Stadtrechte, auf die man jedoch später aus Steuergründen verzichtete. Von 1816 bis 1932 war Adenau Sitz einer preußischen Kreisbehörde im Regierungsbezirk Koblenz.

 

Ortsgemeinde Antweiler

  Auf roten Schildhaupt in der Mitte, ein gelbes Buch. Darin auf der rechten Seite in schwarz über Kreuz Hammer und Schlegel. Auf der linken Seite, eine schwarze Mitra, ein schwarzer Bischofsstab und eine rote Wandertasche. Umgeben wird das Buch von drei gelben Mispeln.

      

Geschichte

Die Zugehörigkeit der Gemeinde Antweiler, deren Name in einer Grenzbeschreibung der alten Pfarrei Reifferscheid um 975 n. Chr. erstmals erwähnt wird, zur Herrschaft Arensberg wird durch die drei gelben Arensberger Mispeln auf rotem Grund dargestellt. Der Name des ersten Kirchenpatrons, des hl. Maximin, lässt vermuten, dass die Gründung der Pfarrei mit der Abtei St. Maximin in Trier (um 500 n. Chr. gegründet) verbunden war, da der Kirchenzehnte an die Abtei abgeführt werden musste. Die Symbole der hl. Maximin, Bischof zu Trier, das Buch (hl. Schrift), der Bischofsstab, die Mitra und die Wandertasche sind als Hauptmerkmale dargestellt.

 

Ortsgemeinde Aremberg

   Schildhaupt von Gold über Rot geteilt. Im oberen goldenen Schildteil drei rote Scheiben (Münzen), darunter im roten Schildteil drei goldene Mispeln.

 

Geschichte

Aremberg liegt am Westhang der gleichnamigen, 623 m hohen Bergkuppe, die früher „Arberg“ oder „Ahrburg“ hieß. Daher ist auch der Name des Ortes abgeleitet. Aremberg ist ein Dorf mit großer Tradition. Schon 1087 wird es erstmals erwähnt, wie dies in mehreren Schriften angedeutet wird. Eine weitere urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1166. In einem Dokument des Kölner Erzbischofs Rainald von Dassel wird ein „Heinrich von Arenberg“ als Zeuge genannt. Um diese Zeit dürfte auch die Burganlage entstanden sein. Die Herrschaft Arenberg wurde 1549 zur Reichsgrafschaft, 1571 zum Fürstentum und 1644 sogar zum Herzogtum erhoben. Eine herausragende Persönlichkeit aus dem Geschlecht derer von Aremberg verdient besondere Erwähnung: Margaretha, Fürstin von Arenberg. Sie trat 1544 mit 17 Jahren das Aremberger Erbe an. Von ihr weiß man, dass sie sich sehr um das Wohlergehen ihrer Untertanen kümmerte. Neben der Land- und Forstwirtschaft förderte sie auch den Bergbau als weiteren Wirtschaftszweig. In den Bergwerken Antweiler, Stahlhütte und Ahrhütte wurden Eisenerze abgebaut. Auch für die schulische Bildung der Bevölkerung setzte sie sich in besonderer Weise ein. Sie ließ in ihrem Herrschaftsbereich einen obligatorischen Unterricht im Lesen, Schreiben sowie im Katechismus einführen. Mit der Besetzung der Rheinlande durch die Franzosen im Jahre 1797 endete auch die Regierung der Herzöge von Arenberg. Eine Pfarrei Aremberg soll erst um 1600 entstanden sein, obwohl schon 1306 eine Nikolauskapelle im Ort erwähnt wird. Die heutige Pfarrkirche soll 1783 erbaut worden sein. Der Herzog von Arenberg hatte der Pfarrei 1760 den Platz für Kirche und Friedhof geschenkt.

 

Ortsgemeinde Barweiler

  Schildhaupt von silber-rotem Schach geviert. Im rechten oberen Schildteil eine silberne Lilie und im linken unteren roten Schildteil eine goldene Glocke. Der linke obere und der rechte untere Schildteil jeweils silbern.  

 

Geschichte

In einer Urkunde des Trierer Erzbischofs Rotbert wird Barweiler im Jahre 945 als "Barwilra" angeführt. Darin werden die Grenzen der alten Mutterpfarrei Nachtsheim beschrieben, Es heißt da zum Grenzabschnitt Hochkelberg-Nürburg: "ad viam de Barwilra venientem" - bis zu dem Weg, der von Barweiler kommt. Das Wappen der Trierer Kurfürsten: Rotes Kreuz in Silber Bis zum Jahre 1290 gehörte Barweiler zur Grafschaft. Nürburg. Danach übten die Kölner Erzbischöfe die Oberherrschaft über Barweiler aus, da im kurkölnischen Amte Nürburg Sitz eines Schultheißen war. Wappen der Nürburger - silberne Löwe in Rot (silberne Schindeln) Eine nicht unbedeutende Rolle fiel der Vogtei Barweiler vom 11. bis weit ins  18.  Jahrhundert zu.  Der Vogt übte in alter Zeit für  Klöster  und Kirchen  die diesen zustehende Gerichtsbarkeit aus und vertrat sie  auch in weltlichen  Angelegenheiten nach außen. Die Vogtei Barweiler erstreckte sich  in  den späteren  Jahrhunderten  auf  die  Ortschaften Wiesemscheid,  Bauler Pomster, Kirmutscheid, Hoffeld, Müsch und Barweiler. Es spricht vieles dafür, dass in früher  Zeit  die  Vogtei Barweiler auch die Grundherrschaften der Abtei Maximin in  Uexheim  und Reifferscheid umfasste. An  die Vogtei in Barweiler erinnert noch heute das unter  Denkmalschutz stehende Haus "Zur Alten Vogtei", das sich im Besitz der Familie Hüllen befindet.  Im Rahmen der Eingangstür erinnert eine goldene Glocke an die ehemalige  Bedeutung  dieser  Vogtei und aus  diesem  Grunde  wird  eine goldene Glocke in das Wappen aufgenommen. Eine  Kapelle  bestand  bereits 970 in Barweiler,  die  auch  im  "Liber valoris" vom Anfang des 14.  Jahrhunderts erscheint.  Sie wurde vor 1466 Pfarrkirche.  Barweiler ist nach dem Jahre 1726 ein Marienwallfahrtsort. Nach Aufzeichnungen im Pfarrarchiv hatte man beim Schmücken der Muttergottesstatue der Muttergottes eine lebende Lilie in die  Hand  gegeben, diese  Lilie  verdorrte.  Mitte September 1726 fing sie jedoch  an  zu grünen  und  zu blühen.  Man sah " bald eine große Lilie und  15  kleine Knospen den Stengel herunter".  Diese wunderbare Begebenheit wiederholte sich im nächsten Jahr um dieselbe Zeit.  Es setzte eine große  Verehrung des  Gnadenbildes ein.   Gefördert wurde diese durch die Errichtung  der Erzbruderschaft  vom  hl.  Rosenkranze.  Barweiler wurde  ein  bekannter Marienwallfahrtsort  in der Eifel, der seine Anziehung bis heute nicht verloren hat.
Attribut der Muttergottes  -  stilisierte Lilie

 

Ortsgemeinde Dankerath

   Im silbernen Schildhaupt ein rotes Schräggitter darin eine Schwarz-Rote Bischhofsstabkrümme umgeben oben rechts und links sowie unten mit drei roten Kugeln.

 

Geschichte

Dankerath gehörte im Mittelalter zum kurtrierischen Herrschaftsbereich  Daun. Wappen derer von Daun, rotes Schräggitter in Gold 1276 erscheint in einer Urkunde ein Edelknecht „Danckrath von Grebenstein“. Im Jahre 1372 schenkte ein „Heinrich Melbaum v. Casselburg“ dem Augustinerkloster Hillesheim einen halben Hof zu Dankerath. 1378 und 1379 wird Dankerath „Dankerait“ genannt. Der Anfang des Ortsnamens kann somit auf die alten Familien- bzw. Personennamen „Danko“ oder „Dankward“ zurückgeführt werden, „-rath“ bedeutet Rodung. Dankerath wäre danach die „Rodung des Dankward“. Vielleicht ist Dankerath aber schon eine Gründung der Trierer Abtei St. Maximin, die bereits im Jahre 845 in Üxheim  eine Eigenkirche errichtete, dort Grundbesitz hatte und sicher in der Umgegend Rodungen vornahm. Zu dem großen Üxheimer Kirchspiel gehörten die Pfarreien bzw. zunächst Filialen  Barweiler und Nohn mit ihren jeweiligen  Filialkapellen. Und Dankerath, Senscheid und Trierscheid gehörten als Filialorte zu Nohn, als 1801 diese Pfarrei neu gegründet wurde.
Eine Kapelle in Dankerath wird 1683 erwähnt, 1834 wurde sie renoviert, Anfang dieses Jahrhunderts abgebrochen und im Jahre 1913 durch einen Neubau ersetzt. Die Kapelle ist dem heiligen Nikolaus geweiht. Seine Attribute sind unter anderem drei Kugeln, Bischofsstabkrümme. Auch das Erzstift Köln hatte Besitzungen in Dankerath. So sind für 1563 für Dankerath 12 Haushalte angegeben, wovon 2 Haushalte Kurtrier hörig waren, 9 Haushalte standen unter der Leibeigenschaft von Kurköln, 1 Haushalt stand unter der Herrschaft Manderscheid-Kail. Es wird erzählt, dass man noch in den 20er Jahren unseres Jh. im Zusammenhang mit Grenzsteinen von „Köln-steinen-“ sprach. Nach der Auflösung der Kurfürstentümer im Jahre 1794 kam Dankerath in der Franzosenzeit zur Mairie Barweiler im Kanton Adenau, mit der Übernahme der Verwaltung durch die Preußen zur Bürgermeisterei Aremberg, schließlich zum Amt Antweiler, nach dessen Auflösung im Jahre 1970 zur Verbandsgemeinde Adenau.

 

Ortsgemeinde Dorsel

   Schildhaupt durch ein Silber-Schwarzes Kreuz geviert. Im rechten oberen roten Schildteil drei goldene Mispelblüten mit blauen Butzen. Im oberen linken roten Schildteil ein Weiß Amboss und Hammer. Im unteren rechten roten Schildteil Zwei silberne Pfeile und im unteren roten linken Schildteil drei goldene Ähren.

 

Geschichte

Dorsel  wird um 1149 in dem Namen eines Heinrichs von Dorsel  erstmals urkundlich erwähnt.  Im Jahre 1251 belehnte Burggraf H. von Köln, Herr zu  Arenberg,  den Kuno,  Herrn von Reuland (Malmedy),  mit  dem  Dorf "Dorsul",  das  bisher  dessen  Bruder Theoderich  und  früher  dessen Vorgänger besessen hatte. Bis zum Jahre 1794 gehörte das Dorf  zum Herrschaftsgebiet  der  Arenberger,  die ursprünglich  Burggrafen  der Erzbischöfe in Köln waren. Wappen  der Arenberger - In Rot drei goldene Mispelblüten  mit  blauem Butzen Im Jahre 1502 erklärte der Kölner Erzbischof Wikbold gegenüber  Johann von Dollendorf, das Dorf Dorsel sei ein Lehen der Kölner Kirche. Das Wappen von Kurköln - Ein schwarzes Kreuz auf silbernem Grund. Zu   Herzogszeiten  war  die  Eisenindustrie  weit   verbreitet   und Arenberger Eisen, mit dem Zeichen AR bekannt und beliebt. Besondere Erzeugnisse waren die Taken-,  Kamin- oder Ofenplatten.  Die Stahlhütte gehörte zu Dorsel. Diese Stahlhütte "ernährte" nach Angaben von  Gottfried  Kinkel,   der  die  Ahr bereiste,   einschließlich  der Bergleute,  Köhler und Fuhrleute, 1500 Menschen. Symbole der Eisenverarbeitung -  Amboss und Hammer. Reste der Pfarrkirche gehen sicher auf das Jahr 1200 zurück. Patron der Pfarrkirche ist der hl. Sebastian Attribut des hl. Sebastian – Pfeile. Drei  Ähren  im  Wappen  sollen  auf die  ländliche  Struktur  bzw.  die Bedeutung der Landwirtschaft hinweisen.

 

Ortsgemeinde Dümpelfeld

   Ein durch einer weißen dreibogigen Brücke geteilter Schildhaupt. Darüber ein silberner Löwe und darunter drei goldene Ähren.

 

Geschichte

Der  Ort  "Dumplenfelt" wird 1153  urkundlich  erstmals  erwähnt  und gehörte bis 1290 zur Grafschaft Nürburg. Nach 1290 unterstand das Dorf bis 1794 dem kurkölnischen Amt Nürburg. Dümpelfeld hat 11 Brücken! Symbol -  Brücke Niederadenau:  Landesherren waren zunächst die Nürburger, ab 1290 die Erzbischöfe und Kurfürsten von Köln. Lückenbach: Das Dorf gehörte um 1794 zum kurkölnischen Amt Nürburg / Kurköln. Die  politische Zugehörigkeit von Dümpelfeld,  Niederadenau und  Lückenbach ist identisch. In allen Dörfern wurde und wird Landwirtschaft betrieben. Zur  Andeutung  der drei Dörfer  bzw.  der Landwirtschaft  werden  drei Brückenbögen und  drei Ähren ins Wappen genommen.

 

Ortsgemeinde  Eichenbach

   Schildhaupt in der Mitte geteilt, im oberen roten Schildteil drei goldene Mispeln, im unteren Schildteil ein schräglinker blauer Wellenbalken begleitet, oben rechts und unten links von zwei grünen Eichenblättern. Hierbei handelt es sich also um ein „beredetes Wappen“.

 

Geschichte

Eichenbach liegt in einem Seitental der Ahr, das zwischen Antweiler und Fuchshofen  in die Ahr mündet, darauf weist der untere Teil des Wappens hin. Der Eichenbach, der an der Nordseite des Aremberg zu Tal fließt, hat sicher dem Ort seinen Namen gegeben. Die Ableitung von dem auf die Eisenerzgewinnung zurückgehenden Namen „Eisenbachseiffen“ ist auch nicht auszuschließen. Eichenbach gehörte früher zum Herzogtum Aremberg, die drei goldenen Mispeln im oberen Wappenteil weisen darauf hin. Über die Ursprünge des Dorfes schweigen die Urkunden. Eichenbach und Fronhofen sollen zu den sieben Höfen gehört haben, aus denen sich die Gemeinde Wershofen gebildet hat. Dies erklärt auch die Zugehörigkeit zur Gemeinde Wershofen bis zum Jahre 1839. Erst dann erfolgte die Trennung von der „Samtgemeinde Werschoven in der Art, dass Eichenbach mit dem Masholder Hofe und auch Fronhofen eine eigene Gemeinde bildeten.“ Allerdings schon 1850 wird Fronhofen als zur Gemeinde Eichenbach gehörig ausgewiesen. Eichenbach erbaute 1939/40 eine Kapelle, die 1941 zu Ehren der 14 Nothelfer benediziert wurde. 1977 fanden zuletzt umfang-reiche Renovierungsarbeiten statt.

 

Ortsgemeinde Fuchshofen

   Im roten Schildhaupt ein silberner Sparrenbalken, in diesem sieben schwarze Hausgiebel. Darüber links und rechts jeweils eine goldene Ähre. Unter dem Sparrenbalken ein rechtsgewendeter silberner Löwe.

 

Geschichte

Fuchshofen an der Ahr  bildete in früherer Zeit immer eine Gemeinde mit Reifferscheid und gehörte bis 1794 zum kurkölnischen Amte Nürburg. Die Entstehung des Ortes ist ungewiss, die Anfänge der Besiedlung liegen aber sicher in römischer oder fränkischer Zeit. Erst 1768 sprechen die Quellen: In einem Brief des Reifferscheider Müllers Johann Michael Jüngling, der die Regierung um die Erlaubnis ersuchte, in Fuchshofen eine Mahl- und Ölmühle zu errichten, wird deutlich, dass „Voishof“ aus sieben Häusern bestehe und keine Mahlmühle habe. Die Genehmigung zum Bau einer Mühle wurde auch sofort erteilt. Anfang des 19. Jahrhunderts  beantragten die Fuchshofener Bürger, sich von Reifferscheid zu lösen und eine eigene Gemeinde bilden zu dürfen. 1839 wurden Deputierte beider Orte vor der Regierung in Koblenz angehört, eine Einigung kam aber nicht zustande. Erst nachdem 1862  der Streit über die Besitztümer, über Ländereien und Waldungen, endlich geschlichtet worden war, wurde die Erhebung Fuchshofens zur selbständigen Gemeinde bewilligt.

 

Ortsgemeinde Harscheid

    Schildhaupt durch ein schwarzes Kreuz auf Silber geviert. Im schwarzen Kreuz ein silberner Pilgerstab. Im rechten oberen roten Schildteil ein silberner links gewendeter Löwenkopf, im oberen linken grünen Schildteil ein goldener Blitz. Im linken unteren grünen Schildteil eine goldene Axt und im rechten unteren roten Schildteil ein silbernes Johanniterkreuz.

 

Geschichte

Harscheid gehörte bis 1794 zum Schultheißenamt der vier „Honschaften“ von Schuld im kurkölnischen Amte Nürburg. Der Name Harscheid setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern „haris“ und „scheid“. Die Endsilbe „scheid“ kommt von „scit“ und bedeutet „bewaldeter Bergrücken“. 1501 wird Harscheid zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der Kölner Domhof in Schuld besaß Güter in Harscheid, wovon Abgaben zu leisten waren. Im Jahre 1673  wird berichtet, dass die Harscheider eine Bittschrift an den Kurfürsten richteten: Sie wollten von den Abgaben befreit werden, da sie von französischen Truppen überfallen worden seien, die „alle Früchte ,Tiere und Möbelstücke an sich gerissen“ hätten. Der Landesherr wies die Nürburger Kellnerei an, auf das Geld zu verzichten.
Harscheid war immer Filiale der Pfarrei Schuld. Seit 1754 steht im Ort die Kapelle, die dem heiligen Jodokus und dem heiligen Donatus geweiht ist. Der Pfarrer von Schuld besaß in Harscheid ein Drittel des Zehnten. Gemäß Visitationsprotokoll gab es 1830 in Harscheid 15 Familien = 83 Seelen und 48 Kommunikanten. Die Kapelle befand sich damals in gutem Zustand. Der Schuldner Pfarrer musste an den Festtagen der Kapellenpatrone jeweils ein Hochamt mit Predigt halten.

 

Ortsgemeinde Herschbroich

   Im blauen Schildhaupt oben rechts zwei goldene Ähren, oben links Hammer und Schlegel und unten ein silbernes Richtrad in der Mitte, ein kleiner roter Kreis.

 

Geschichte

Die Gemeinde Herschbroich wird erstmals 1050 urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte bis 1794 zum kurkölnischen Amt Nürburg. Laut Urkunde vom 21. Mai 1562 erhielten Thöneß und sein Sohn Alois vom Rentmeister zu Nürburg die Genehmigung, den Lauf des Lohnerbachs für ihre Mühle in Herschbroich zu nutzen. Dafür verpflichteten sie sich, der Nürburger Kellnerei jährlich zu Martini einen halben Malter Korn zu entrichten. Außerdem waren den Herschbroicher als kurkölnische Untertanen des Amtes Nürburg weitere Dienstleistungen befohlen. So war im Sommer das Korn für die Burg zu binden und die Kornbinden dazu selbst zu stellen. Nachweislich wurde im Bereich Herschbroich auch Bergbau betrieben. In den Jahren 1809-1883 werden für die Konzession "Rhein-Mosel" bei Herschbroich unter anderen der "Gustine-Stollen", der "Carolinen-Stollen' und der "Emma-Stollen" mit Kupfererzabbau aufgeführt.

 

Ortsgemeinde Hoffeld

  Schildhaupt von Gold über Schwarz geteilt. Im oberen goldenen Schildteil ein rot bewehrter schwarzer Doppeladler. Im unteren schwarzen Schildteil ein silbernes Richtrad.

 

Geschichte

Nach dem Urbar der Abtei St. Maximin, Trier, standen im 13. Jahrhundert zwei Teile des Zehnten von "Hoffelt" der Abtei zu. Sie waren als Lehen in der Hand des Richard von Manderscheid. "Im Jahre 1666 hatte St. Maximin Anrecht auf ein Drittel des Zehnten in Hoffeld   ...". (Schulchronik Hoffeld). Als Hinweis auf diese Verbindung zur Abtei St. Maximin. Trier, steht im oberen Schildteil der wachsende Doppeladler der Abtei. Eine Filialkapelle bestand in Hoffeld bereits 1590. "Sie wird 1716 als baufällig bezeichnet und abgetragen. 1728 wird die neu erbaute Kapelle benediziert." Derzeit besteht das Patrozinium der hl. Katharina und des hl. Donatus. "Die Kapelle hatte ursprünglich die hl. Katharina als Schutzpatronin." (Ortschronik Hoffeld). In der unteren Schildhälfte steht, zum Gedenken an die alte Kapellen- und Ortspatronin, das Attribut der hl. Katharina ein Richtrad.

 

Ortsgemeinde Honerath

    Im blauen Schildhaupt, ein Silber-Schwarzes Kreuz. Im unteren rechten Schildteil ein goldenes Schräggitter, im oberen linken Schildteil ein Blitz.

 

Geschichte

Honerath hat seinen Namen wahrscheinlich aus fränkischer Zeit: Das Grundwort „-rath“ weist auf Rodung hin. Diese Rodung gehörte einem „Huonen“, dem Führer einer Hundertschaft. Eine andere Deutung führt den Namen auf „Hagenrode“, eine Rodung im eingefriedeten Busch zurück. Möglicher-weise ist auch mit dem in der „Reiferscheider Urkunde“ aus dem Jahre 975 genannten „Hoenhekka“ der Ort Honerath gemeint. Honerath gehörte zum kurkölnischen Amte Nürburg. Im Wappen als schwarzes Kreuz in Silber aufgenommen. Zu Anfang des 15.Jahrhunderts befand sich das Lehen im Besitz  des „Johann Kessel von Nürburg, genannt Honrath“. Dessen Wappen ein weißes Kreuz in Blau. 1410 konnte er das halbe Burglehen seiner Ehefrau „Eva von Horneck“ verschreiben. 1468 wurde sein Sohn mit dem Gut belehnt, es blieb in der Familie bis 1512. Dann erhielt Johann Blankart, Vogt zu Ahrweiler, den Hof. Um 1550 kam er in den Besitz  des „Wilhelm von Daun zu Daun“. Dessen goldenes Schräggitter ist im unteren rechten Wappenteil wieder gegeben. Beim Einmarsch der Franzosen 1794 ging der Hof in Gemeindeeigentum über. Honerath gehörte immer als Filiale zur Pfarrei Adenau. Die heutige Donatus-Kapelle wurde erst 1897 erbaut. Das Attribut des heiligen Donatus der Blitz, befindet sich im oberen linken Wappenteil.

 

Ortsgemeinde Hümmel

   Schildhaupt von Gelb über Blau geteilt. Im oberen gelben Schildteil ein rot bewehrter und rot bezungter schreitender Löwe. Darunter im blauen Schildteil im Schildfuß ein gelber Dreiberg, rechts darüber ein gelbes Eichenblatt und links darüber eine goldene Ähre.

 

Geschichte

Hümmel, im so genannten Jülicher Ländchen gelegen, bildet heute mit den Dörfern Blindert, Falkenberg, Marthel, Bröhlingen, Heistert  und Pitscheid eine Gemeinde. Als um das Jahr 830 Münstereifel durch Benediktinermönche des Klosters Prüm gegründet wurde, entstanden wahrschein-lich auch im Umland die ersten Siedlungen. Noch ehe Münstereifel als Stift existierte, war, nach einem Weistum zu Tondorf die Abtei Prüm im Besitz von Waldungen in Marthel, aus denen der Pastor zu Tondorf Holz zum Bau des Pfarrhauses entnehmen durfte. Hümmel wird erstmals 1114 urkundlich erwähnt. Die Witwe Justina schenkte in diesem Jahre  ihren Anteil an der Kirche in „Hoinbuil“ dem Stift Münstereifel. Die Ortsgemeinde Hümmel liegt "rings um die Nück", einem Hügel, der in der Zeit der allgemeinen Eruptionen entstanden Ist.  Im Gegensatz zu den entstandenen Maaren,  stießen hier die Magmamassen nicht aus dem Hügel  hervor,  sondern  lediglich der Devonmantel wurde gehoben." Als Hinweis auf diese geographische Besonderheit ist im unteren Wappenteil der Dreiberg aufge-nommen. Hinweis auf die bedeutende Waldwirtschaft gibt das Eichenblatt. Die Landwirtschaft ist durch die Ähren symbolisiert. Um 1320 kam Münstereifel mit den umliegenden Ortschaften in den Besitz der Grafen von Jülich, die 1356 die Würde eines Herzogs erhielten. Das Herzogtum kam im 17. Jahrhundert zur Kurpfalz, und Hümmel gehörte in dieser Zeit zum Gericht Tondorf im jülichen Amte Münstereifel. Das Jülicher Wappen ist im oberen Wappenteil wiedergegeben. Zehntherren waren je zur Hälfte das Stift Münstereifel und die jeweilige Adelsfamilie. Auch als Pfarrei erscheint Hümmel 1316 im Verzeichnis der kurkölnischen Pfarreien des Eifeldekanates, 1513 wird wiederum die Pfarrei Hümmel genannt. Sie war immer dem  Stift Münstereifel angegliedert. Von den Filialen werden Bröhlingen und Heistert 1505, Marthel um 1500, Pitscheid und Falkenberg 1570 erstmalig erwähnt, Blindert erscheint erst später. 1824 kam Hümmel zum Dekanat Adenau, 1869 zum Dekanat Barweiler, 1924 wieder zu Adenau.

Ortsgemeinde Insul

   Im silbernen Schildhaupt ein schwarzes Kreuz, darin ein silberner Pilgerstab. Im rechten oberen Schildteil ein roter links gewendeter Löwe, im unteren linken Schildteil ein rotes Eichenblatt.

 

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Insuls erfolgte 1269 als "Oensel supra Aram"  =  "Oensel jenseits der Erhöhung" ("Burg"). Bodenfunde etc. belegen jedoch, dass im Bereich der so genannten "Burg" wahrscheinlich eine keltische Fliehburg bestand, in die sich die Kelten vor den eindringenden Germanen (500 - 300 v.  Chr.)  zurückzogen.  Am Wallgraben, rund um das Burgplateau, wurden römische Scherben gefunden. Noch  während des Dreißigjährigen Krieges sollen sich die Einwohner  zum Schutz vor durchmarschierenden Truppen dorthin zurückgezogen haben. Im  Jahre 1272 wird ein Heinrich von Insul genannt,  weiterhin 1494  und 1501, In Urkunden des 17. und 18. Jahrhunderts wird das Dorf "Esell" genannt. Aus  den  fränkischen  Gaugrafen entwickelte sich  das  Geschlecht  der Grafen von Are,  von dem sich im 12.  Jahrhundert die Linie  Are-Nürburg abzweigte. Wappen  der Nürburger;  silberner Löwe in Rot  und  silberne Schindeln. Deshalb  wurde  der  Löwenkopf oben rechts  in das  Wappen  aufgenommen. Bis 1290 zur Grafschaft Nürburg gehörend,  kam Insul danach bis 1794  zu Kurköln. Aus  dem Sitz des Honnen in Schuld entwickelte sich ein  Schultheißenamt für  die  vier  Hundertschaftsorte  innerhalb  des  kurkölnischen  Amtes Nürburg. Insul bildete auch mit den anderen  drei  Hundertschaftsorten eine Dinggemeinde (Gerichtsgemeinde) unter Vorsitz des Schultheißen. Wappen von Kurköln;  schwarzes Kreuz in Silber Patron der Dorfkapelle ist der heilige Rochus. Attribut des heiligen Rochus ist ein Pilgerstab. Dieser Pilgerstab wurde auf das schwarze Kreuz gelegt. Auf   die  Bedeutung des Waldes für die Gemeinde und unsere Landschaft weist das  rote Eichenblatt  unten links im Wappen hin.

 

Ortsgemeinde Kaltenborn

   Schildhaupt von schwarz-silbernem Schach in der Mitte geviert. Im oberen rechten goldenen Schildteil sieben rote Rauten. Im linken oberen blauen Schildteil eine goldene Mispel. Darunter im blauen rechten Schildteil eine goldene Lilie und im silbernen weißen Schildteil drei rote Seerosenblätter

 

Geschichte

Um das Jahr 1190 wurde Kaltenborn erstmals urkundlich erwähnt. Mit  Peter  von Kaltenborn starb der bolandische Stamm  des  Geschlechts 1561 aus. Das   Kaltenborner Wappen war geteilt von schwarz-silbernem  Schach  und Blau. Unten zwischen drei goldenen Lilien eine silberne Rose. Ein Gerichtstag vom 11.12. 1564 bestätigte, dass die Unterherrschaft Kaltenborn - Hochacht unter kurkölnischer Oberhoheit stand. Kurkölner Wappen, schwarzes Kreuz in Silber. In der Unterherrschaft Kaltenborn - Hochacht hatte Kaspar von Bourscheid Mitspracherecht.  Nach  dem  Kauf von  Herrschaftsanteilen  gehörte  die Unterherrschaft 1708 endgültig den Herren von Bourscheid. Das Wappen der Burtscheids, erstmals erwähnt 1122, in  Silber drei rote Seerosenblätter. Jammelshofen  unterstand  vor der Franzosenzeit dem  kurkölnischen  Amte Nürburg und Virneburg. Wappen der Virneburger, in Gold sieben zu zwei Balken aneinander gereihte Rauten.

 

Ortsgemeinde Kottenborn

   Im blauen Schildhaupt ein silbernes Antoniuskreuz mit je einem goldenen Glöckchen an den Querarmen. Im silbernen Schildfuß ein rotes Johanniterkreuz.

 

Geschichte

In der Gemeinde Kottenborn hatte während der Feudalzeit die Johanniterkommende Adenau,  unter kurkölnischer Oberhoheit,  sowohl  den großen Zehnt, als auch den so genannten Lämmerzehnt. Kottenborn, eine Filiale der Kirche Kirmutscheid, gestattete der Johanniter-Komtur den  Bau  einer Kapelle.  Schutzpatron der Kapelle und des Ortes ist seit altersher St. Antonius, der Einsiedler.
Im Wappen ist das Zeichen des Ortspatron St. Antonius, das T - förmige Antoniuskreuz mit je einem Glöckchen an den Querarmen wiedergegeben. Die Kapelle, deren Bau die Johanniterkommende Adenau gestattete, hat im spätgotischen Chor im Schlussstein die Jahreszahl  1525.  Das zweiachsige Schiff ist im 17. Jh. errichtet.  In früherer Zeit wurde sie viel von Wallfahrern am St. Antonius-Tag (17. Januar) besucht. Die besondere Verbindung von Kottenborn zum Johanniterorden ist durch die Aufnahme des Johanniterkreuzes im Wappen dokumentiert.

 

Ortsgemeinde Meuspath

  Roter Schildhaupt durch ein silbernes Wellenstabkreuz geviert. Im rechten oberen Schildteil ein goldener Drache, im linken oberen Schildteil ein silberner rechtsgewendeter Löwenkopf. Im unteren rechten Schildteil eine silberne Lilie und im unteren linken Schildteil drei goldene Ähren.

 

Geschichte

Die  erste  urkundliche Erwähnung Meuspaths stammt aus  dem  Jahre 1202 "die Kirch betreffend.... Valvanus Balduin von Meuspath". Nach dem Nürburger Weisthum der Gebrüder Grimm war in  Meuspath ein Zehnthof, an den heute noch der Zehntweg, eine Ortstraße erinnert. Die Deutung des Ortsnamens, wird hergeleitet aus dem althochdeutschen bzw. mittelhochdeutschen Wort Muspach.  Musbach bedeutet ursprünglich Sumpfbach oder die Siedlung am Sumpfbach. Dieser Bach wird  durch ein silbernes Wellenstabkreuz angedeutet. Meuspath  gehörte zu Kurköln. Das Kölner Wappen besteht aus einem Schwarzen Kreuz in Silber. Das Dorf unterstand der Jurisdiktion des Amtes von Amtes von Nürburg. Aus dem Wappen der Nürburger wurde der silberne Löwenkopf übernommen. In  einer Urkunde aus dem Jahre 1422 belehnt der  Erzbischof  Otto  von Trier den Kurfürsten Ludwig mit verschiedenen Gütern, darunter auch "fünf Pfund und sechs Schilling Heller zu Muspach". Das  Wappen von Kurtrier - ein rotes Kreuz in Silber. Patrone der Kapelle sind die Jungfrau Maria und der heilige Georg. Als Attribut für  die Jungfrau Maria sind eine Lilie und für den heiligen Georg ein Drache im Ortswappen wiedergegeben. Beide Patrone weisen auf die Kapelle Krebsbacher Hof, die  ehemals Pfarrkirche der Pfarrei Nürburg war und zu Meuspath gehört. Es existiert noch  ein  Bruderbuch der Marienbruderschaft  der Krebsbacher-Kapelle aus dem Jahre 1695. Es wird  im Bistumsarchiv  in Trier aufbewahrt. Darin  heißt  es, "worinnen eingeschrieben alle und jede Geistliche und weltliche  Brüder  und Schwestern der hochlöbliche  Bruderschaft  unter dem  Schutz  der Hochwürdigen und Hochgebenedeiten Jungfrau  und  Mutter Gottes  Maria wie den des Erz-Märtyrers und Ritters Georg nach  dem  Hof Krebsbach nächst beim Amtshaus Nürburg". Die  drei  Ähren erinnern an den Zehnthof und weisen  auf  die  ländliche Struktur bzw. die Landwirtschaft der Gemeinde Meuspath hin.

 

Ortsgemeinde Müllenbach

    Schildhaupt durch einen blauen schräglinken Wellenbalken geteilt. Im oberen rechten silbernen Schildteil ein rotes Mühlrad, im unteren linken goldenen Schildteil eine rote Ähre, ein rotes Schräggitter und eine rote rechts gewendete Bischofsstabkrümme.

 

Geschichte

Müllenbach  wird als Siedlung am Mühlenbach gedeutet. Der Müllenbach durchfließt die Gemarkung von der nordöstlichen Grenze bis zur Mündung in den Trierbach. An die ehemals an diesem Bach vorhandenen Mühlen und an die vier Höfe Krampenhof, Elsenhof, Dringshof Scheuernhof, aus denen Müllenbach als geschlossene Siedlung entstanden sein soll, erinnern allenfalls noch Flurnamen. Die erste urkundliche Erwähnung findet Müllenbach in einem Weistum des Hochgerichts und der Herrschaft Daun aus dem Jahre 1398. Im Jahre 1466 wurde Müllenbach noch "Molenbach" genannt, 1577 bereits "Mullenbach". In den Jahren 1395 und 1398 erwarb Kurtrier die Rechte des Johann von Daun. Dadurch wurde der Erzbischof und Kurfürst von Trier Landesherr von Müllenbach. Wappen derer von Daun - Rotes Schräggitter in Gold. Nach der Besetzung der Rheinlande durch die Franzosen im Jahre 1794 kam es zur Auflösung der Kurfürstentümer Trier und Köln. Müllenbach kam zur Mairie Adenau, nach dem Ende der französischen Herrschaft zum Kreis Adenau und zur Bürgermeisterei Kelberg (1815 - 1932). Nach der Auflösung des Kreises Adenau im Jahre 1932 kam Müllenbach mit dem Amt Kelberg zum Kreis Mayen, wurde aber, da der Nürburgring ungeteilt im Kreis Ahrweiler verbleiben sollte, diesem dann zugeordnet. Bereits zur Römerzeit hat in der Gemarkung Müllenbach, Flur "Scheuernheck", ein Landhaus - Villa Rustica 2.-3. Jahrhundert gestanden. Im Jahre 1966 sind vom rückwärtigen linken Gebäudeteil die Grundmauern von drei Räumen und ein Anbau, die 1984 beim Bau des Campingplatzes entdeckt wurden, durch das Denkmalamt Koblenz ausgegraben und 1988 konserviert worden. Das redende Wappen deutet den Ortsnamen als Bach, an dem sich Mühlen befinden. Die Wellenleiste steht für das Namenssuffix - bach, das Mühlrad für den im Ortsnamen vorkommenden Teil Müllen. Die Kapelle von Müllenbach hat als Schutzpatrone den heiligen Servatius und Dorothea. Servatius Attribut der Bischofsstab, Attribute der heiligen Dorothea Blumen, Früchte, Kind. Eine nach rechts gewendete Bischofsstabkrümme wird dafür ins Wappen genommen. Auf die Bedeutung der Landwirtschaft weist eine Ähre hin.

 

Ortsgemeinde Müsch

    Im goldenen Schildhaupt, zwei blaue Wellenbalken, darüber eine zweibogige rote Brücke, auf deren Mitte ein silbernes Richtrad gelegt wurde. Darüber ein rot bewehrter schwarzer Doppeladler.

 

Geschichte

Im  Jahre  975 wurde Müsch erstmals in einer  Grenzbeschreibung  des Pfarrbezirks  Reifferscheid genannt. Aus dem gleichen  Jahre  stammt eine Urkunde des Trierer Archidiakons Wicfried, welche die Trierer Abtei  St. Maximin als Besitzer des als " Muska " genannten Ortes angibt. Zu  ihrem Lebensunterhalt erhielten die Geistlichen in Musche " mehrere Hufen Land. Das Wappen von  St.  Maximin in Trier ist ein schwarzer  Doppeladler mit roter Bewehrung. Die in früherer Zeit wechselnde Ortsbezeichnung  stammt aus dem Althochdeutschen  und ist gleichbedeutend mit der heutigen  Bezeichnung Sumpf  oder  Moor. Für die   Richtigkeit dieser Landschaftsbezeichnung  spricht  auch die Lage des Dorfes Müsch am Zusammenfluss von Ahr und Trierbach. Von bestimmten    Sprachwissenschaftlern wird  Müsch von Mühle abgeleitet. Welche Deutung des Ortsnamens auch letztlich  für  den Ortsnamen  ausschlaggebend  sein mag, alle stellen das reichlich vorhandene Wasser als symbolische Bedeutung für Müsch heraus. In das  Wappen werden die Ahr und der Trierbach als zwei Wellenbalken aufgenommen. Müsch verfügt über mehrere Brücken. Deshalb befindet sich eine  Brücke im Wappen. ln weiteren Urkunden von 1245 und 1263 wird Müsch erwähnt.  Ein Ritter Theuderich von Musche wird 1272 als Besitzer von  Gütern  zu Wirft in der Pfarrei Müsch genannt. Nach dem Güterverzeichnis der Trierer  Abtei St. Maximin von 1316  befand  sich die Mühle zu damaliger Zeit als Lehen in der Hand des Richard von Manderscheid. Bis zum Jahre 1794 unterstand Müsch dem kurkölnischen Amt Nürburg. Wie  aus der Urkunde des trierischen Archidiakons Wicfried von 975 hervorgeht, war Müsch eine uralte Pfarrei in der Erzdiözese Köln. Später kam das Dorf zur Pfarrei Antweiler und ist bis heute dessen Filiale. Schutzpatronin der 1967 umgebauten Kapelle ist die heilige Katharina. Ihr Attribut ist ein Richtrad.

 

Ortsgemeinde Nürburg

   Im roten Schildhaupt, ein rechts gewendeter schreitender goldener Löwe, umgeben von dreizehn goldenen Schindeln.

 

Geschichte

Die Gemeinde Nürburg, am Fuße des gleichnamigen Berges gelegen, einem markanten und bekannten Punkt der Eifel, ist auch wegen der schönsten und schwierigsten Rennstrecke  der Welt   international bekannt. Was liegt näher, als das Ortswappen der Gemeinde  nach dem  Wappen der  Nürburger, deren Name mit dem Namen des Dorfes  identisch ist, zu gestalten. Nach  Angaben  in "Zur Geschichte der Nürburg" war die auf dem tertiären Basaltkegel errichtete Nürburg im Mittelalter  die mächtigste aller Eifelburgen. Funde, die in den Ruinen der Nürburg gemacht wurden, deuten  darauf hin, dass hier ein römisches Kastell gestanden hat. Die Vermutung, dass vor den Römern bereits die Kelten sich hier eingerichtet hatten, ist nicht von der Hand zu weisen. Schon bevor die Römer ins Land kamen durchzog die Kohlstraße das Gebiet. Weitere Hinweise für die frühe Besiedlung sind die Hünengräber bei Meuspath oder am "Scharfen Kopf" zwischen Nürburg und Müllenbach. Im neunten Jahrhundert begrenzte der "mons nore", der schwarze  Berg, mit  der Hohen  Acht den Zehntbesitz der Abtei Münstermaifeld. In Urkunden aus den Jahren 930 und 943 erscheint der Norberg als Land- bzw. Grenzmarke zwischen den Erzbistümern Köln und Trier. Um 1150-1160  erbauten die Grafen von Are und  Hochstaden  die höchstgelegene Burg der Eifel. Im  Jahre  1166  scheint sie als vollendet. In diesem Jahr verlieh der Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel verschiedenen Mitgliedern derer von Are-Hochstaden besondere Rechte für die von ihrer Familie errichtete Burg. Ein Sohn des Grafen Theoderich l. von Are-Hochstaden, Graf Ulrich, erhielt die neue Burg und nannte sich dann "Graf  zu  Nürburg".  Graf Ulrich starb 1197/98. Sein Sohn Gerhard  von Nürburg regierte zusammen mit Theoderichs Sohn Lothar II. die Grafschaften Nürburg, Are und Hochstaden. Um 1205 trat eine regionale Teilung der Grafschaften ein. Damals wurde Gerhard alleiniger Herr der Nürburg. Sein dritter Sohn, Johann, erhielt die Nürburg und regierte dort noch bis 1270. Das eigentliche Wappen seiner Familie war ein Adler, doch führte Johann bewusst das  Löwenwappen, seiner mütterlichen Vorfahren, der Herzöge von Limburg. Damit ist die Herkunft des Wappens der Nürburger belegt.

 

Ortsgemeinde Ohlenhard

   Im silbernen Schildhaupt ein roter Berg, belegt mit drei goldenen Mispelblüten mit blauen Butzen. Darüber rechts und links jeweils zwei grüne Bäume, in deren Mitte frei schwebend eine auf einem schwarzen Stock sitzende schwarze Eule.

 

Geschichte

Das ehemalige Köhlerdorf, gehörte bis 1839 zur Gemeinde Wershofen. Erst dann kam es zur Loslösung von der „Samtgemeinde Werschoven“, und Ohlenhard bildete, wie Eichenbach und Fronhofen, ab diesem Zeitpunkt eine eigene Gemeinde. Mit Wershofen war Ohlenhard natürlich in früherer Zeit Bestandteil des Herzogtums Aremberg. Der Ort Ohlenhard soll ursprünglich aus einer Ansammlung von Köhlerhütten entstanden sein. Pfarrer Johann Andreas Schauppmeyer schreibt noch 1850 im Tagebuch der Pfarrei Wershofen: Jetzt noch ist die Köhlerei eine Haupt- und Lieblingsbeschäftigung der Einwohner und sie werden als treffliche Meister in diesem Fache bezeichnet. Als nämlich der Bütscheider und der Etscheider Hof noch existierten, besaßen diese neben dem Herzog von Aremberg die meisten Ländereien in diesem Gebiet, so auch im waldreichen Distrikt Ohlenhard. Der Wald wurde von den Höfen zum Kohlenbrennen genutzt. Ein Kohlenbrenner errichtete schließlich neben seiner Köhlerhütte ein festes Haus. Dem folgten andere nach, bis sich ein neues Dorf allda gebildet hatte. Ohlenhard wird erstmals im Jahre 1481 urkundlich erwähnt, als der Etscheider Hof an „Kyrstigen sceffen von der Olenhart“ verpachtet wird. Als der „Etscheider Hof“ 1762 abbrannte, zogen die Bewohner nach Ohlenhard. Ohlenhard gehörte immer zur Pfarrei Wershofen. 1885 schlug der Pfarrverwalter Schuh den Bau einer Kapelle vor, zu der schon im selben Jahr die Pläne vorlagen. Aber erst  1910/11 wurde die Kapelle errichtet und 1912 zu „Ehren der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“ benediziert.

 

Ortsgemeinde Pomster

   Im von Gold über Blau geteilten Schildhaupt, oben ein rot bewehrter wachsender Doppeladler. Unten in der Mitte ein silberner Krummstab umgeben rechts und links von jeweils zwei silbernen Seeblättern.

 

Geschichte

Der Ort Pomster wird erstmals urkundlich im Güterverzeichnis der Abtei St. Maximin, Trier, im 13. Jahrhundert als "Poneposteir" erwähnt. Die Abtei St. Maximin führte einen Doppeladler. Er ist in der oberen Hälfte des Gemeindewappens als wachsender Doppeladler aufgenommen. Die Schulchronik berichtet weiter, dass am 20. Juni 1523 Richard von Nechtersheim. Burgmann zu Blankenheim, durch Abt Vinzenz von St. Maximin unter anderem mit dem Hof zu Pomster belehnt worden ist. Die von Nechtersheim führten fünf Seeblätter im Wappen. Im unteren Schildteil sind vier Seeblätter wiedergegeben. Urkundlich belegt ist das Vorhandensein eines Gotteshauses 1590, in dem damals 24 Messen jährlich gefeiert wurden. Kirchenpatron ist der heilige Maternus. Sein Attribut ein Krummstab steht im unteren Schildteil.

 

Ortsgemeinde Quiddelbach

  Im roten Schildhaupt ein silbernen Wellenstabsparren, oben rechts begleitet von einer Bischofsstabkrümme, oben links von einer goldenen Ähre und unterhalb von einem silbernen Löwen umgeben von silbernen Schindeln.

 

Geschichte

Quiddelbach, im Volksmund „Quillbich“ genannt, bedeutet wahrscheinlich „Quellbach“, da sich in der Nähe des Dorfes 2 Quellen zum Adenauer Bach  vereinigen. Dies wird durch den silbernen Wellenstabsparren im Wappen dargestellt. Quiddelbach gehörte zur Grafschaft, dem späteren kürkölnischen Amte Nürburg. Im Wappen durch den silbernen Löwen und die silbernen Schindeln dargestellt. Der zu Quiddelbach gehörende „Hof Blickerath“  (Blicherather Pütz) wird erstmals in der  Urkunde des Grafen Gerhard von Are /Nürburg aus dem Jahre 1216 erwähnt. Kirchlich gehörte Quiddelbach immer als eine Filiale zur Pfarrei Adenau. Eine Kapelle erhielt Quiddelbach 1661, sie war dem heiligen Apollinaris geweiht. Sein Attribut die Bischofsstabkrümme ist im oberen rechten Wappenteil wiedergegeben. Auf die Landwirtschaft weist die Ähre oben links im Wappen.

 

Ortsgemeinde Reifferscheid

   Im silbernen Schildhaupt ein schwarzes Kreuz, darauf ein goldenes Schwert aufrecht gelegt. Im oberen rechten Schildteil ein roter Drache und im oberen linken Schildteil ein rotes Kreuz.

 

Geschichte

Frühgeschichtliche Funde belegen, dass um 500 v. Chr. hier schon Menschen gelebt haben. Die Gründung des Dorfes muss aber etwa im fünften Jahrhundert angesetzt werden. Urkundlich wird der Ort erstmals im Jahre 975 erwähnt, als der Trierer Archidiakon Wicfried die Kirche in Reifferscheid nebst fünf Hufen Land und allen Hörigen als Grundherrschaft der Abtei St. Maximin übergibt. Im 12. und 13. Jahrhundert konnten die Grafen von Nürburg ihren Einfluss auf die Pfarrei Reifferscheid gegenüber Trier immer mehr festigen. Im Jahre 1276 gelangte Reifferscheid mit der Grafschaft Nürburg zu Kurköln. Die Wappen der Trierer Kurfürsten Rotes Kreuz auf silbernem Grund und das Wappen der Kölner Kurfürsten Schwarzes Kreuz auf silbernem Grund sind im Wappen wiedergegeben. Die Pfarrei Reifferscheid ist eine der ältesten der Eifel. Die erste Kirche muss, soweit aus Überresten feststellbar, um 1200 entstanden sein und war ein romanischer Bau. Nach 1450 folgte eine spätgotische Anlage, die 1711 durch Brand und 1801 durch Einsturz teilweise zerstört wurde. Am 2.10.1893 wurde der Grundstein einer neuen Kirche gelegt, die 1896 eingeweiht wurde. Kirchenpatron ist der heilige Erzengel Michael, dessen Attribut ein Schwert befindet sich genauso wie der besiegte Satan in gestalt eines Drachen im Wappen.

 

 

Ortsgemeinde Rodder

    Im roten Schildhaupt ein Schwarz-Silber geschachtetes Kreuz. Im linken oberen Schildteil ein silberner Löwenkopf und im rechten unteren Schildteil ein silbernes Eichenblatt.

 

Geschichte

Bis 1290 besaßen die Nürburger Grafen als Landesherren die Oberhoheit über das Dorf. Bei dem im Wappen abgebildeten Löwenkopf handelt es sich also um den silbernen Löwen der Grafen von Nürburg. Danach ab 1356  waren es die Kölner Erzbischöfe, die die Kurfürstenwürde innehatten. Diese schufen aus der Nürburger Grafschaft das gleichnamige kurkölnische Amt. Hierfür leisteten die Rodderer auch ihre Fuhrdienste und zahlten Abgaben  aus den Einnahmen des Holzeinschlages. Innerhalb des Amtes gehörte Rodder zum Schultheißenamt Reifferscheid. Das Kreuz im Wappen ist also das schwarze Kreuz des Kurfürstentums Köln. Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen wurde Kurköln aufgehoben. Rodder gehörte jetzt zur Mairie (Bürgermeisterei) Adenau, im Arrondissement Bonn, Rhein - Mosel Departement Koblenz. Seit jeher war neben der Landwirtschaft der Wald die wirtschaftliche Grundlage des Dorfes. Hier ist besonders die Eiche zu nennen, aus deren Holz die Fachwerkhäuser gebaut wurden, die die Jahrhunderte überdauert haben.

 

Ortsgemeinde Schuld

   Im goldenen Schildhaupt ein schrägrechter Wellenbalken mit vier silbernen Scheiben. Im rechten unteren Schildteil eine rote Lilie und im linken oberen Schildteil ein schwarzes Kreuz.

 

Geschichte

Schuld beging 1975 seine 1000-Jahr-Feier und gründete dieses Jubiläum ebenfalls auf die so genannte „Reifferscheider Urkunde“ aus dem Jahre 975. In diesem Schriftstück, einer Grenzbe-schreibung der Pfarrei Reifferscheid, wird Schuld als „...et inde usque terminationem scolta“ erwähnt, woraus geschlossen werden kann, dass Schuld schon damals ein eigener Pfarrbezirk war. Eine weitere wichtige Quelle ist das Weistum des Schulder Hochgerichts von 1368. Hier wird von den vier Honschaften von Schuld gesprochen, zu denen auch Insul, Dümpelfeld und Niederadenau gehörten. Schuld war der Verwaltungs- und Gerichtssitz dieser Honschaftsorte. Der Begriff „Hundertschaft“ stammt aus fränkischer Zeit, so dass man annehmen kann, dass der Ort schon im 7. und 8. Jahrhundert bestanden haben muss. Auf eine Siedlung schon zur Römerzeit aber weisen Funde hin, als 1964 im Zuge der Flurbereinigung Reste eines römischen Gutshofes entdeckt wurden. Schuld gehörte zur Grafschaft Nürburg, später zum gleichnamigen kurkölnischen Amte und war Sitz eines Schultheißenamtes. Die Schulder waren verpflichtet, bei Bauarbeiten an der Nürburg den nötigen Sand anzufahren. Der Kölner Erzbischof war der Landesherr. Allerdings hatten noch andere Grundherren Besitzungen und Rechte in Schuld. Dem Kölner Domstift gehörte 1216 der Zehnte aus Rodungen im Schulder Wald. Ritter „Rollmann von Sinzig“ war in Schuld Lehnsmann des Herzogs von Jülich. Dessen Besitzungen übernahm 1387 die Johanniterkommende Adenau. Die Schulder Bürger gaben sich 1791 eine eigene Gemeindeordnung, in der Rechte und Pflichten aller Bewohner des Ortes geregelt wurden. Die Schulder Pfarrkirche geht in ihren Anfängen auf das 13. Jahrhundert zurück, obwohl sicher schon 975 eine Kirche im Ort gewesen sein muss. 1923/24 kam es zu einem Neubau. Die Kirche wurde jedoch 1944 fast völlig zerstört, nach dem Kriege nur mühsam wieder aufgebaut.

 

Ortsgemeinde Senscheid

   Im goldenen Schildhaupt ein rot bewehrter- und bezungter Doppeladler, auf dessen Brust ein goldenes Schildchen mit rotem Schräggitter.

 

Geschichte

Senscheid gehörte früher zur Zehntenei Nohn im kurtrierischen Amte Daun, dessen Wappen rotes Schräggitter auf goldenem Grund im Ortswappen wiedergegeben ist. Der Ort kam 1798 zur Mairie Barweiler im Kanton Adenau. Die Entstehung ist wahrscheinlich der Abtei St. Maximin in Trier zu verdanken, die in diesem Gebiet zahlreiche Güter besaß. Deren Siegel der Doppeladler, wurde als Wappengrundlage übernommen. Die Lagebezeichnung „Alte Burg“ weist auf möglich frühere Siedlungsspuren oder aber Befestigungsanlagen hin. Im 16. und 17. Jahrhundert erscheint der Ort des Öfteren als „Sengscheidt“, so im Dauner Feuerbuch von 1563. Senscheid hatte damals 7 Feuerstellen, davon 5 trierisch und 2 casselburgisch. 1654 sind es 9 Feuerstellen mit 14 Familien und 1702 waren es 19 Feuerstellen. Der Name Senscheid bedeutet wahrscheinlich „Brandrodung“.
Interessant ist, dass im kurtrierischen Inventarverzeichnis von 1624 für Senscheid 19 Pferde registriert sind. Da diese große Zahl nicht für den Ackerbau erforderlich war, ist davon auszugehen, dass zu dieser Zeit in Senscheid und in den Nachbarorten Pferde gezüchtet wurden. Senscheid gehörte ursprünglich zur Pfarrei Üxheim, ab 1801 dann als Filiale zur neu gegründeten Pfarrei Nohn. Eine Kapelle wird 1683 für Senscheid erwähnt, 1874 wurde sie als baufällig bezeichnet und 1875/76 durch einen Neubau ersetzt. Die Kapelle ist den Apostelfürsten Peter und Paul geweiht.

 

Ortsgemeinde Sierscheid

  Im silbernen Schildhaupt eine aufragende schwarze Spitze, darin ein silberner Krummstab. Rechts davon, ein schwarzes Kreuz und links ein rotes Johanniterkreuz.

 

Geschichte

Sierscheid, auf dem Ahrhöhenrücken an der Grenze nach Nordrhein-Westfalen hin liegend, wird 1290 erstmals erwähnt. Es gehörte mit den vier „Honschaften“ zum Schultheißenamt Schuld im kurkölnischen Amte Nürburg. Kurköln und die Adenauer Johanniterkommende besaßen in Sierscheid die hohe und mittlere Gerichtsbarkeit. Hinweis hierauf sind das Kurkölner schwarze Kreuz und das Johanniterkreuz in verwechselter Tinktur im Wappen. Auf dem 1668 in Schuld stattfindenden Hofgericht, als die Rechte und Freiheiten sowie die Lehnsverhältnisse des Schulder „Domhofs“ geregelt wurden, wird auch ein Schöffe Adam von Sierscheid genannt. 1670 gehörten zu Sierscheid ca. 230 ha Land. 1772 musste Sierscheid den Waldbesitz „die Denn“ für 1000 Reichstaler an den Gerichtsschöffen „Dionisius Lückenbach“ des kurkölnischen „Dingstuhles Brüsk“ (Gericht), im Amt Altenahr verkaufen. Grund dafür war ein verlorener Prozess gegen Schuld. Sierscheid gehörte immer  zu  Schuld und wurde als Filiale  1570 erwähnt. Erstmals soll eine Kapelle, dem heiligen Maternus geweiht, um 1730 erbaut worden sein. 1830 wurde sie renoviert und 1831 benediziert. Sein Attribut ein Krummstab.

 

Ortsgemeinde Trierscheid

  Im silbernen Schildhaupt ein blauer Wellengöpel, rechts davon drei rote Ähren und links ein rotes Antoniuskreuz.

 

Geschichte

Gegründet wurde Trierscheid Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts im Verlaufe der letzten großen Rodungsperioden, in einem damals schwer zugänglichen, dicht bewaldeten, abseits großer Verkehrswege und fern jeder Stadt liegenden Landschaft. Wahrscheinlich waren ursprünglich drei Einzelhöfe vorhanden. Später gegründete weitere Einzelhöfe ließen durch die fortschreitende Erschließung Trierscheid mit der Zeit zu einem Dorf mit rein landwirtschaftlicher Prägung zusammenwachsen; darauf deutet die auch heute noch teilweise gebrauchte Bezeichnung für die Trierscheider Einwohner als sog. "Koarlänner" (die aus dem Kornland). In Dauner Urkunden wird der Ort erstmals als "Dryscheid" und 1379 als "Dreischeid" erwähnt. Der Ortsname dürfte wahrscheinlich wegen seiner äußersten Randlage ("Dreischeid"= 3-fach-Grenze) zustande gekommen sein, da die o. g. Bäche seit alters her hier 3 Gemarkungen trennen. Attribute: blaue Wellengöpel und drei rote Ähren, wurden in das Wappen übernommen. Das jetzige Ortsgebiet von Trierscheid lag zur Zeit der Ortsgründung im Christianisierungsgebiet der Gemeinde Üxheim (Bistum Köln). In der französischen Besatzungszeit unterstand er dem Bistum Aachen (1801-1821); nach dessen Auflösung 1824 wurde der Ort der Kirchengemeinde Nohn (Erzbistum Trier) zugeordnet. Schutzpatron der Trierscheider Ortskapelle - erstmals im Jahre 1683 erwähnt- ist der Heilige Antonius sein Attribut ein rotes Antoniuskreuz befindet sich ebenfalls im Wappen.. Bei einer großen Feuersbrunst im Ort brannte die Kapelle 1758 erstmals ab. Sie wurde wieder aufgebaut und brannte 1883 erneut. 1884 errichtet man die Kapelle dann an einem neuen, ihrem jetzigen Standplatz.

 

Ortsgemeinde Wershofen

   Im roten Schildhaupt sieben silberne Rechtecke, umgeben von drei goldenen Mispeln.

 

Geschichte

Bis 1795 gehörte Wershofen zum Herrschaftsbereich der Adelherren von Aremberg, der 1549
zur Reichsgrafschaft, 1576 zum Reichsfürstentum und schließlich 1644 zum Herzogtum aufstieg.
Darauf weisen die drei Mispelblüten und der rote Wappengrund hin. Gemäß einer Volkssage entstand die Gemeinde Wershofen aus sieben verstreut liegenden Höfen. Pfarrer Johann Andreas Schaupp-meyer schreibt in der von ihm 1847 begonnen Pfarrchonik. "Dies Dorf soll seinen Namen haben von einzelnen allein stehenden Wohnungen. Wersch soll der Volkssage nach der Name der ersten Bewohner dieser Höfe gewesen sein. Die Volkssage erzählt, es hätten sieben Brüder sich zuerst in dieser Gegend niedergelassen und 7 Höfe gebaut, die weit zerstreut voneinander entfernt lagen. Frohnhoven und Eichenbach sollen auch zu diesen Höfen gehört haben. Weil nun diese Höfe unregelmäßig zerstreut umherlagen, was die hiesige gemeine Sprache mit dem Worte zwersch bezeichnet; so hätte man diese Höfe die zwersch oder abgekürzt die Wersch-Höfen genannt".
Die sieben stilisierten Hausgiebel im Wappen symbolisieren in ihrer Anordnung die auf und um den Wershofener Berg gelegenen Höfe. Das weiß des Silbers spielt auf die bis ins letzte Jahrhundert in der Gemeinde praktisch ausschließlich angewandte Fachwerkbauweise an, bei der oft ganze Wandflächen oder zumindest die Gefachte gekalkt wurde.

 

Ortsgemeinde Wimbach

   Schildhaupt in Silber, im Schildfuß eine schwarze Spitze belegt mit goldenem Hammer und Schlegel. Darüber zwei rote Hirschgeweihstangen in deren Mitte ein schwarzes Kreuz.

 

Geschichte 

Das Bergwerkzeichen in Gold - Hammer und Schlegel - in der schwarzen Spitze belegt die einstigen ergiebigen Bleigruben von Wimbach, schon 1767 in einer  Akte des Kurkölnischen Amtes Nürburg erwähnt. Erneute Erzsuche fand in der Franzosenzeit statt (1807- 1809) 1827 Erteilung der Schürf-rechte durch das preußische Innenministerium. Der Bleierzbergbau wurde 1881 eingestellt, hatte aber nachweisbar über zwei Jahrhunderte in der Gemarkung Wimbach stattgefunden. Die aus der schwar-zen Spitze hervorkommenden roten Hirschgeweihstangen weisen auf das frühere Patrozinium des Hl. Hubertus hin. Die noch vorhandene Holzfigur des Jägerheiligen aus der Zeit um 1650 ist ein Bestand-teil des Hauptaltares der früheren und jetzigen Wimbacher Kirche. Die Gemeinde Wimbach verehrt den heiligen Hubertus in besonderer Weise, indem sie am Sonntag nach dem 3.November, dem Fest des Heiligen, die Hubertuskirmes mit einer Hubertusmesse feiert. In dieser Messe werden die Reliquien des Heiligen gezeigt und „Hubertusbrötchen" gesegnet, die bei einem Umgang um den Altar verteilt werden. Früher mussten die Besitzer, die bis an das Hubertuskreuz an der Banngrenze Wimbach —Adenau eine Wiese hatten, das „Hubertuskorn'' dazu liefern. Das gesegnete Brot sollte die Menschen besonders vor Tollwütigen Tieren schützen. Das „ Hubertuskreuz", hier in Schwarz im silbernem Wappen, ist in seiner Form als schwebendes Balkenkreuz zugleich eine Reminiszenz an das Wappen des Erzstiftes Köln in dessen Herrschaftsbereich Wimbach, als zur Grafschaft Nürburg gehörend, seit dem Jahre 1276 lag.

 

Ortsgemeinde Winnerath

  Im golden-roten gevierten Schildhaupt ein schwarz-silbern geschachtetes Kreuz. Im oberen rechten goldenen Schildteil eine grüne Buche mit schwarzem Stamm, im oberen linken roten Schildteil eine goldene Ähre. Im rechten unteren Schildteil ein goldener Bischofsstab und im linken unteren goldenen Schildteil eine rote Keule.

 

Geschichte

Winnerath  wird 1501 erstmals urkundlich erwähnt, die Ursprünge des Ortes dürften aber weiter zurückliegen. Die Endung  „-rath“ deutet auf die Zeit der großen Rodungen im 10. - 14. Jahrhundert hin. Der Name des Ortes ließe sich somit auf „Winnenrode“ = „die Rodung des Wino oder Winne“  zurückführen. Liegt der gleiche Stamm zugrunde wie bei Wimbach („winne= wünne = Viehweide“), so wäre Winnerath die Siedlung an der gerodeten Viehweide. Der Ort gehörte zum Schultheißenamt Reifferscheid im kurkölnischen Amte Nürburg. Im Wappen als Schwarz-Silbernes geschachtetes Kreuz dargestellt. Auf dem 1668 in Schuld stattfindenden Hofgericht, als die Lehnsverhältnisse des Schulder Domhofs geregelt und die Rechte und Freiheiten festgelegt wurden, trat ein „Jacob von Winrath“ als Schöffensprecher auf. Winnerath war pfarrlich immer Filiale von Schuld. Die Kapelle wurde 1666 erbaut. Patron der Kapelle war der heilige Apollinarius, dessen Attribute der Bischofsstab und die Keule waren, sind in den unteren Wappenteilen abgebildet. 1897 war der Kapellenturm so baufällig, dass er im folgenden Jahr renoviert und neu gedeckt werden musste. 1926 wurde die Kapelle durch einen Anbau vergrößert. Auch 1960 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung der Kapelle. Neben der Kapelle steht eine etwa 300-jährige Ulme, die im oberen rechten Wappenteil abgebildet ist. Für die bis heute am Ort betriebene Landwirtschaft steht im linken oberen roten Wappenteil als Symbol die goldene Ähre.

 

Ortsgemeinde Wirft

  Im über Silber über Rot gespaltenen Schildhaupt im rechten silbernen Schildteil ein rotes Johanniterkreuz und im linken roten Schildteil zwei verschlungene silberne Ringe.

 

Geschichte

Im Jahre 1264 wird ein Ritter Theoderich von Müsche erwähnt, der Güter bestehend aus 4 Häusern, Wiesen,  107 Morgen Ackerland und Weiderecht für 200 Schafe in "Werefe" (Wirft) an die Abtei Himmerod veräußert. "Am 12 Juli 1272 besiegelt Heinrich,  Herr zu Daun,  die Urkunde einiger Wirfter Lehensleute bezüglich des Verkaufs einiger Ländereien an das Himmeroder Kloster. Diese Erwerbungen blieben der Abtei bis 1794 erhalten. Diese und  andere Verbindungen  des Ortes mit dem  Kloster Himmerod  führten  zur Aufnahme dessen Symbols, zwei verschlungenen silbernen Ringen in das Wappen. Schon 1272 fand ein Gütervergleich mit der Adenauer Johanniterkommende statt. "Ab 1588 besaß die Adenauer Johanniterkommende einen Hof in Wirft. Noch heute (1993) findet sich in der Kapelle über dem Altar eine Kartusche mit dem Johanniterkreuz. An diese alte Tradition, die auch hier erst mit der Feudalzeit endet, erinnert das Johanniterkreuz in verwechselter Tinktur, das in den Wappenentwurf der Gemeinde aufgenommen ist.